Ortlieb-Taschen und Bikepacking auf der Radtour in Thailand

Packliste Radtour 1 Woche in Thailand

Ich bin in meinem Leben schon einige Tausend Kilometer Rad gefahren. Große Radtouren hatte ich früher allerdings nur sporadisch gemacht und erst recht spät kamen diese regemäßig dazu. Und nun fahre ich mehrmals im Jahr für 4 bis 10 Tage auf eine Radtour in Thailand.

Der riesengroße Vorteil beim Rad fahren in Thailand ist … tata! Genau, man braucht kein Zelt mitzunehmen und auch keine warmen Klamotten. In Thailand gibt es an jeder Ecke günstige Übernachtungsmöglichkeiten und bis auf eine kurze Zeit im hohen Norden ist es durchgehend warm bis heiß. Für manche sogar zu heiß.

Dieser große Vorteil bringt es mit sich, dass man richtig Radfahren kann. Ich kann mir nicht vorstellen mit 40 kg Gepäck in der Gegend rum zu fahren verteilt auf Packtaschen hinten, LowRider vorne, Lenkertasche und was weiß ich, wo überall noch Taschen. Daher ist mein Gepäck so gut wie möglich reduziert, um richtig Spaß zu haben bei der Thailand Fahrradtour. Dadurch kann ich auch mal sehr zügig unterwegs sein oder kann in die Berge fahren, von denen es bei mir zuhause in Nordthailand genügend gibt. Deshalb bin ich auch kein Weit- oder Weltreisender mit dem Rad.

Meine minimalistische Packliste Radtour ohne Zelt in Thailand

Hier ist mein persönlicher Vorschlag für eine Packliste, die du dir praktischerweise ausdrucken kannst und dann abhaken und ergänzen kannst: Packliste Radtour PDF

Hier dann zum sofort Lesen die Liste der einzelnen Teile mit meinen Kommentare zu einzelnen Punkten, die mit * gekennzeichnet und ganz unten zu finden sind.


1. Kleidung

  • Lange Hose als Zipp-off, so dass sie eine kurze Hose ersetzt, oder zwei sehr dünne in lang und kurz (gibt es zum Beispiel sehr günstig und praktisch bei Decathlon)
  • T-Shirts (in Thailand kaufen möglich) oder Hemden (Je nach Geschmack Baumwolle oder schnelltrocknend. Ich bevorzuge atmungsaktive Hemden, die auch ohne Bügeln glatt sind, damit ich ordentlich aussehe. Sorry ja, bin ein bisschen eitel.)
  • Dünner, langärmliger Pullover (oder langärmliges T-Shirt bzw. Hemd. *) (in Thailand kaufen möglich)
  • 2 Unterhosen
  • 3 Socken
  • Flip-Flops (in Thailand kaufen möglich)
  • Badehose (nur im Süden Thailands)
  • Schwimmbrille (nur für Verrückte, die dann auch noch Strecke schwimmen um für den nächsten Triathlon zu trainieren 😉

2. Radkleidung

  • 2 Radhosen
  • 2-3 Radtrikots (Manche bevorzugen atmungsaktive T-Shirts oder Hemden. Ich finde die Rückentaschen einfach super praktisch.)
  • Armstulpen (Nicht nur im Winter, wenn es kühl wird, sondern vor allem als Sonnenschutz.) (in Thailand kaufen möglich)
  • Radhandschuhe (in Thailand kaufen möglich – meine bevorzugte Marke ist „Iris“, ca. 590 Baht, gibt es auch in 2XL und 3XL für europäische Hände)
  • 2 kleine Handtücher (Wirklich kleine für die Trikottasche, ca. 20 × 30 cm. Ich schwitze mächtig und muss mir ab und zu den Schweiß vom Gesicht wischen.)
  • Regenjacke (Nein, keine Regenjacke. Entweder regnet es nicht – zum Beispiel von November bis Februar so gut wie gar nicht – oder es ist so warm, dass es eh keinen Unterschied macht, weil ich eh nass bin vom Schwitzen.)
  • Radschuhe oder Radsandalen (Ich bevorzuge MTB-Radschuhe, in denen ich auch normal gehen kann)
  • Sitzcreme / Vaseline (kleine Größe) *
  • 50er Sport-Sonnenschutzmittel (Wasserbeständig. Kleine bis mittlere Größe, je nach Empfindlichkeit)
  • Waschmittel für eine Handwäsche (abgefüllt in einer kleinen Flasche)

3. Fahrradteile

  • Helm
  • Fahrradbrille
  • 2 Radflaschen
  • 2x Ersatzschlauch und kleine Pumpe (mein Tipp: eine Doppelhubluftpumpe)
  • Kleines Werkzeug-Set mit Kabelbinder und Tape (Nur die nötigsten Sachen.*)
  • GPS-Gerät bzw. -Tracker oder Smartphone mit einer entsprechenden App* (dann ist aber auch eine Powerbank notwendig)
  • Tacho
  • Licht am Rad (LED-Blinklicht*) (kann man auch in Thailand gut kaufen)
  • Triller-Pfeife* (Um die Hunde abzuschrecken)

4. Hygiene

  • Kleine Waschlotion (Ich kaufe sowas bei DM, weil die so schöne kleine Packungen haben.)
  • Zahnbürste und Zahnpasta (Kann man auch gut in Thailand kaufen. Mein Favorit ist „SALZ“, eine wie der Name schon sagt salzhaltige Zahncreme.)
  • Waschlappen
  • Handtuch (Nein, nehme ich nur selten mit und hoffe, dass in jeder Übernachtungsmöglichkeit eines zu finden ist. Notfalls frage ich. Habe ich nur im Süden am Meer dabei damit ich zwischendurch mal ins Wasser springen kann.)
  • Kamm, Bürste (Brauch ich nicht. Schau dir die Fotos an, dann weißt du warum 😉)
  • Toi-Papier (keine ganze Rolle, sondern nur ein Drittel oder so)
  • Desinfektionsmittel (Ich habe eine kleine Flasche Gel dabei, falls es keine Möglichkeit gibt vor dem Essen die Hände zu waschen – DM.)
  • Rasierzeug (auch darauf verzichte ich für eine Woche)
  • Monatshygiene (Natürlich nicht für mich, aber da ich ja auch Frauen anspreche … Allerdings kann ich nicht mitreden, wie viel frau davon braucht.)

Die beste kostenlose Reisekreditkarte für Thailand


5. Schlafen

  • Seidenschlafsack (Der ist wirklich leicht und klein. Dabei fühlt er sich saumäßig gut an und ist meist ausreichend warm.)
  • Moskitonetz (Nein, Gitter an den Fenstern oder Netz sind mittlerweile Standard bei den üblichen Übernachtungsmöglichkeiten.)
  • Ohrstöpsel (Man kann Pech haben mit der Lautstärke der Zimmenachbarn oder einem anderen lauten Event.)

6. Nahrung

  • Iso-Pulver (wenige Tüten, den Rest kaufe ich unterwegs) (Kann man auch gut in Thailand kaufen. Siehe mein Artikel über Fahrradfahren in Thailand)
  • Magnesiumpulver oder -tabletten (natürlich nur für eine Woche)
  • Trockenfrüchte / Nüsse (Irgendwas, mit dem du schnell mal Energie tanken kannst. *) (Kann man auch gut in Thailand kaufen.)

7. Gesundheit

  • Kleines Erste-Hilfe-Set*
  • Moskitoschutz (Anti-Brumm oder Nobite. Viele Reisende schwören auch auf Skeleton, ein thailändisches Produkt. Ich benutze kein Fenistil o.ä. um den Juckreiz zu stillen.)
  • Schmerztabletten (Ibuprofen kann man auch gut und günstig in Thailand kaufen.)
  • Mittel zum Einreiben zur Durchblutung der Muskeln (z.B. eine kleine Tube Neotica aus der Apotheke in Thailand)

8. Sonstiges

  • Stirnlampe
  • Uhr
  • Notizbuch
  • Papiere (Reisepass usw.)
  • Kreditkarte (In diesem Artikel habe ich die beste Reisekreditkarte für Thailand aufgezählt und verglichen.)
  • Geld (Bargeld am besten in den Wechselstuben wechseln. Z.B. Superrich. Dort gibt es die besten Wechselkurse.)
  • Smartphone + Ladegerät
  • SIM-Karte Thailand (Am Flughafen oder in einem der vielen Mobilfunk-Shops kaufen.)*
  • Powerbank (Gut in Thailand zu kaufen.)
  • Plastiktüten (für die Flip-Flops und dreckige Wäsche oder ähnliches)
  • Sprachcrashkurs (Mit dem Rad kommst du in Gegenden, wo wenig Englisch gesprochen wird. Der Thai-Crashkurs bietet clevere Spickzettel, wo man auch mal einfach mal mit dem Finger draufzeigen kann.)
Fahrradfahren am Doi Tung

Meine persönlichen Kommentare

Kleidung:
Nur im Dezember oder Januar ganz im Norden von Thailand kann es abends und morgens kalt werden. Aber natürlich ist das Ermessenssache bzw. sehr individuell, wie viel warme Klamotten jemand braucht. Und Frauen sollten grundsätzlich ein paar warme Socken einpacken. (Das ist kein Witz.)

Werkzeug:
Wenn man schon Werkzeug dabei hat, sollte man auch an ein Kettenschloss und ein passendes Schaltauge denken. Gerade neulich wieder riss das bei einem Bekannten ab. Zur Kette: am besten gleich eine mit Kettenschloss montieren, dann kann man sich den Kettendrücker sparen.

Ansonsten ist meine Einstellung zu Fahrradwerkzeug in Thailand: Wenn man eine Felge nicht zentrieren kann mit einem Speichenspanner, braucht man den auch nicht dabei zu haben. Außerdem gibt es mittlerweile viele gut ausgestattete Fahrradläden in Thailand. Öffentliche Verkehrsmittel sind auch überall zu finden. Also, wenn man mal liegen bleibt, ergibt sich immer eine Möglichkeit weiter zu kommen.
Mir waren mal beide Schläuche punktiert und dann ging die Pumpe kaputt. Oben auf der höchsten Stelle der Passstraße. Ich habe mich mächtig geärgert, dass ich keine Belohnung für die Bergauf-Schinderei bekam, konnte aber hinten auf einem LKW mitfahren.

Licht am Rad:
Muss bei mir möglichst leicht sein. Ich habe nie vor im Dunkeln zu fahren, u.a. weil zu viele Besoffene auf den Straßen rumfahren. Aber da es früh dunkel wird, kann das schon mal passieren. Es geht mehr um das gesehen werden als um selber sehen. Daher sollte das Licht blinken.

Trillerpfeife:
Oh ja, die habe ich schon oft gebraucht. Plötzlich schießt ein Hund aus der Ausfahrt eines Hauses und rennt bellend hinter mir her. Mir stellen sich die Nackenhaare bei der Vorstellung, dass sein Gebiss genau auf der Höhe meiner Waden ist. Ein scharfer Pfiff mit meiner Tornado 2000 lässt meine Ohren klingeln und lässt den Hund kurz innehalten, was mir einen Vorsprung verschafft.
Habe ich grad keine Pfeife zur Hand, schreie ich den Hund richtig laut an. Das hat einen vergleichbaren Effekt.

Nahrung:
Ich stehe ja auf Powerbar Shots. Koffein und Energie, wenn es mal richtig anstrengend wird. Die ellenlange und steile Straße hoch zum Phu Chi Fah war so eine Strecke, wo ich froh war noch welche dabei zu haben. Koffein erhöht die Sauerstoffaufnahme im Blut. Aber auch Nüsse und Rosinen oder andere getrocknete Früchte, die es hier zu kaufen gibt, passen. Ansonsten ist besonders in Thailand die Nudelsuppe mein Treibstoff. Salzige Flüssigkeit und Nudeln. Das gibt Energie.

Erste-Hilfe-Set:
Um ganz ehrlich zu sein. Das habe ich selten dabei. Im Notfall müsste ich improvisieren. Aber bitte nehmt das nicht als Aufforderung dasselbe zu tun. Wenn man aber eines dabei hat, dann sollte man auch damit umgehen können. Desinfektionsmittel bekomme ich auch in Apotheken oder bei den Behelfskrankenhäusern überall in Thailand. Aber worauf es mir ankäme wäre eine Verletzung der Arterie. Wenn das spritzt, muss man wissen, was zu tun ist.
Wenn ich mit Personen unterwegs bin, für die ich Verantwortung trage, habe ich ein kleines Outdoor-Erste-Hilfe-Pack dabei. Das von mir empfohlene ist in Zusammenarbeit mit der Outdoor-Schule Süd entstanden. Dort habe ich einen erstklassigen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht. Da habe ich volles Vertrauen.

Sitzcreme:
Von Vaseline bin ich in Thailand komplett weg gekommen. Es scheinen Weichmacher darin zu sein, die meine Haut an einer empfindlichen Stelle noch empfindlicher machen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das nur bei der in Thailand gekauften der Fall ist.

Eine SIM-Karte für Thailand ist fast unerlässlich wegen der Navigation und um Informationen unterwegs zu bekommen. Das ist auch gar nicht teuer. Mein Tipp: Kaufe dir eine Prepaid SIM-Karte von AIS für 50 Baht und lade sie mit einem Datenvolumen für mobiles Internet auf. Wie du 10 GB für nur 300,- Baht pro Monat bekommst, beschreibe ich in diesem Artikel.

thailändische Nudelsuppe mit dem Marin MTB

So, und jetzt ab auf die Radtour Thailand. Ich wünsche dir viel Freude im Land des Lächelns
Stefan

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