Geld abheben in Thailand – welche kostenlose Kreditkarte ist die beste?

VISA Kreditkarte

In diesem Artikel geht es um die Frage, wie du am geschicktesten Bargeld von deiner Bank in deine Geldbörse bringst. Also um Geldüberweisungen und Geldautomaten – in Thailand ATM genannt: Automatic Teller Machine. Und es geht darum, welche Reisekreditkarte in Thailand die beste ist. Weiter unten findest du meine Empfehlungen

Kinder sind ja immer wieder erstaunt, wenn sie hören, dass jemand kein Geld hat. „Papa und Mama bekommen ihr Geld aus dem Automat. Mach das doch auch.“ Und Carolus weiß da in seinem Buch „Callolo und seine Herzallerliebste“  auch eine nette Geschichte zum Thema zu erzählen. Wir wissen ja, wie mühsam es oft ist, das entsprechende Geld auf die Bank zu bekommen. Da wollen wir natürlich so wenig wie möglich davon verlieren auf dem Weg von Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Thailand.

Wenn du schon ein Bankkonto in Thailand hast, ist es am besten einen größeren Geldbetrag dorthin zu überweisen oder bar einzuzahlen. Dazu aber weiter unten mehr.

Thailand ist ein farbiges Land. Da verwundert es nicht, wenn man auch Bankautomaten in vielerlei Farben findet. Häufig stehen sie in lila, hellblau, dunkelblau, gelb und orange in einer Reihe nebeneinander im Einkaufszentrum, in U-Bahn-Stationen oder an anderen Plätzen, wo Bargeld gebraucht wird. Jede Bank hat ihre Hausfarbe, was die Auswahl einfach zu machen scheint. Die Bedienung ist vergleichbar wie in Europa. Erst die Karte einschieben, PIN eingeben und Sprache auswählen. Deutsch wird leider nicht angeboten, aber mit ein bisschen Hilfe und Übung kommt man schnell auch mit den englischen Begriffen klar. (evtl. die englischen Begriffe übersetzen)

Was aber schiebe ich da rein?

Entweder die Debit Card deiner thailändischen Bank (Vergleichbar mit der ec-Karte oder Girocard) oder eine Kreditkarte. EC-Karten werden nur noch selten für Thailand freigeschaltet. Irgendjemand hat mir mal erzählt, dass seine Sparkasse das noch macht. Meine Volksbank macht das nicht mehr. Mir scheint eine Kreditkarte heutzutage viel geschickter zu sein, insbesondere wenn es eine kostenlose Kreditkarte ist und  man das damit am Automaten gezogene Geld erst Wochen später überweisen muss oder abgezogen bekommt.

Es gibt übrigens in Thailand auch Überlegungen das Geldabheben mit der Debit Card kostenpflichtig zu machen. Wochenblitz

Geldautomat in der U-Bahn in Bangkok

Welches ist die beste Kreditkarte für Thailand?

Grundsätzlich werden alle VISA, Mastercard und American Express angenommen. Das ist dann auch unabhängig von der ausgebenden Bank. Dennoch gibt es große Unterschiede in den Gebühren, die von der entsprechenden Bank für ihren Aufwand erhoben werden. Die Auslandseinsatzgebühren betragen meist zwischen 1 und 4 % (weiter unten sind die Ausnahmen aufgeführt). Dazu kommen dann noch die zur Zeit aktuellen 220 Baht ATM-Gebühren der thailändischen Banken – immerhin über 5,- Euro. Wenn du also 20.000,- Baht am Automaten abhebst, kommen da leicht Summern von bis 16,- Euro zusammen.

Ich habe im Laufe der Recherche 3 Kreditkarten gefunden, mit denen sich dieses Geld sparen lässt und die daher sehr gut für Reisen in Thailand geeignet sind. Das sind die DKB-VISA-Karte, die Mastercard Gold von gebührenfrei.com und die Santander 1plus-VISA.

Vergleich: Kreditkarte kostenlos von drei Banken

DKB

Mit der Kontoeröffnung eines DKB-Cash-Kontos erhält man gleich eine VISA-Karte und eine Girocard. Beides lässt sich online sehr leicht verwalten. Die Eröffnung, Kontoführung und Kreditkarte sind komplett kostenlos (dazu muss allerdings die unten stehende Bedingung erfüllt sein). Auf dem Kreditkartenkonto gibt es sogar Zinsen, wenn auch dem momentanen Zinsniveau geschuldet, sehr niedrige. Beantragt wird das DKB-Cash-Konto online und mit Video-Ident-Verfahren zum Beispiel per Skype. Das bedeutet, dass man dieses Konto mit der passenden Kreditkarte dazu auch vom Ausland aus beantragen kann.

Video-Ident-Verfahren im Video erklärt:

Beim Focus Money Test von Online-Konten im Heft 12/2018 ging das DKB-Cash als Sieger hervor. Beim CHIP Online-Banking-Test wird die hohe Sicherheit gelobt. Natürlich gibt es mobile Apps, so dass man Online-banking auch unterwegs regeln kann.

Ich benutze das Online-Konto mittlerweile sehr gerne, weil es leicht zu handhaben ist und absolut kostenlos. Die DKB ist auch im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands e.V., so dass Einlagen mit abgesichert sind.

Achtung: Früher galt die DKB-Karte als die beste Wahl für Reisende überhaupt. Das hat sich geändert. Mittlerweile muss nach einem Jahr ein regelmäßiger Geldeingang in Höhe von mindestens 700,- Euro monatlich vorhanden sein, damit weiterhin im außereuropäischen Ausland keine Auslandseinsatzgebühren erhoben werden.

Mehr Infos und online DKB-Konto eröffnen


Gebuehrenfrei.com

Unter dieser Internetadresse kannst du eine Mastercard Gold beantragen. Dahinter steckt die Avanzia-Bank aus Luxemburg, eine seriöse Bank, bei der Einlagen ähnlich wie bei deutschen Banken über den luxemburgischen Einlagensicherungsfonds bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert sind.

Geworben wird hier mit 100% kostenlos: 0,- Jahresgebühr, 0,- Bargeldgebühr, 0,- Auslandseinsatzgebühr. „Die einzige Kreditkarte in Deutschland ohne jegliche Gebühren. Kein Mindestumsatz.“ heißt es in der Werbung, was allerdings nicht ganz stimmt. Bis zu 7 Wochen Zahlungsziel bedeutet so was wie ein Kurzkredit. Der große Vorteil dieser Kreditkarte besteht darin, dass du sie auch aus dem Ausland beantragen kannst. Zugeschickt wird sie an die Meldeadresse. Ich habe sie mir von Besuchern mitbringen lassen. Aktiviert wird sie per Brief. Das geht auch aus Thailand, allerdings sollte der Versand dann per Einschreiben (EMS) erfolgen.

Bei dieser Mastercard Gold wird das fällige Geld, also der Saldo nicht automatisch eingezogen, sondern muss online überwiesen werden. Achtung: das kann bei dem hohen Zinssatz für die ausstehende Summe teuer werden.

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Santander 1plus

„Von Geldautomatenbetreibern im Ausland erhobene Entgelte werden dem Karteninhaber auf Antrag erstattet.“ Ein wichtiger Satz.

Auch hier wird mit 100% kostenlos geworben. Dazu kommt noch die Möglichkeit bis zu 7 Wochen später zinsfrei den angelaufenen Betrag zu begleichen. Also bietet die Karte ein zinsfreies Darlehen über diesen Zeitraum. Das absolut Besondere an dieser Karte ist allerdings die Tatsache der obere Satz, also dass die von den Geldautomatenbetreibern im Ausland erhobene Entgelte dem Karteninhaber auf Antrag erstattet werden. Also genau die 220 Baht pro Geld abheben am ATM in Thailand.

Bei der Santander-Kreditkarte muss die Identität des Antragstellers mit dem PostIdent-Verfahren nachgewiesen werden. Die Karte kann online beantragt werden, muss aber in der Post persönlich freigeschaltet werden. Dafür ist die Anwesenheit in Deutschland notwendig.

Mehr Infos und Santander 1plus erhalten


Was für alle drei gilt

Natürlich gilt für alle drei, dass auch Online-Bezahlung ohne Auslandsentgelt möglich sind. Also zum Beispiel bei der Bezahlung von Inlandsflügen auf den Webseiten der Billigfluglinien.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Kreditkarten in Thailand

Weil ich ein Bankkonto in Thailand habe und meist mit der Debit Card meiner Bangkok Bank am ATM Geld abhebe, spare ich viele Gebühren. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass ich mit der Kreditkarte im Ausland Geld abhebe oder etwas online bezahle. Da schätze ich natürlich geringe Gebühren sehr. Mit der DKB-Karte bekomme ich ein kostenloses Girokonto dazu, dessen einfache Handhabung mir gut gefällt. Mittlerweile lasse ich viele Überweisungen darüber laufen. Die Santander Online-Verwaltung ist nicht ganz so schön übersichtlich wie bei der DKB. So hatte ich auch schon mal falsche Angaben gemacht bei der Überweisung zur Begleichung der Kreditsumme. Die Santander werde ich bei meinem nächsten Deutschlandaufenthalt per Post-Ident-Verfahren freischalten lassen. Hier reizt mich vor allem die Erstattung der ATM-Gebühren. Danach werde ich alle drei im Alltagsgebrauch gegeneinander vergleichen können.

Wenn nicht mit der Kreditkarte am Geldautomaten, wie bringe ich dann Geld nach Thailand?

Grundsätzlich ist bei allen Kreditkarten wichtig zu wissen, dass die Wechselkurse nicht besonders gut sind. Der Unterschied zu den Wechselkursen auf der Bank beträgt ungefähr ein Baht pro Euro. Wenn man also 400,- Euro per ATM abhebt, verliert man 400,- Baht durch den schlechteren Wechselkurs gegenüber dem Wechseln auf der Bank.

Es gibt weitere Möglichkeiten Geld zu sparen beim Geld wechseln. Zwei möchte ich hier beschreiben: Geld per torFX schicken und Geld bar mitbringen.

Eine Banküberweisung kostet mindestens 30,- Euro. Es kann bei höheren Beträgen aber auch mehr sein. Der Wechselkurs wird dabei von der empfangenden Bank bestimmt. Dieser ist niedriger als der, den die Banken selbst bezahlen. So verdienen sie viel Geld an einfachen Überweisungen.

Besser ist es per torFX zu schicken. Da wird das Geld zu besseren Wechselkursen umgerechnet. Die Gewinnspanne ist für diese Firma geringer, aber die Menge macht’s. Ablauf: Man eröffnet einen torFX-Account und fordert ein Angebot an. Damit erhält man ein Mail mit dem aktuellen Kurs bei diesem Betrag. Ist man damit einverstanden, ist das Geld am nächsten Tag auf der empfangenden Bank. Nachteil ist die englische Bedienerführung auf der Webseite. Aber da hilft Google Translate.

Die Einfuhr von Bargeld ist bis zu einer Höhe von 10.000,- Euro erlaubt. Mit cleveren Bauchtaschen kann das Geld relativ sicher transportiert werden. Wer dabei Schweißausbrüche bekommt und nicht mehr ruhig schlafen kann, sollte diese Möglichkeit bleiben lassen. In Thailand angekommen sollte das Geld in einer anerkannten und seriösen Wechselstube gewechselt werden. Das kann schon am Flughafen Suvarnabhumi im Untergeschoss erledigt werden. Superrich ist zum Beispiel ein anerkannter Geldwechsler. Im Artikel über den Flughafen Bangkok habe ich das beschrieben.

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