Typisch Thai

An der Polizeistation Daumen hoch für eine aufgemotzte Kawasaki

Ich träume ja schon länger von einem kleinen Motorrad. Deshalb habe ich mir für einen Tag einen D-Tracker gemietet. Das ist eine 250er Kawasaki, die aussieht wie eine Enduro aber mit Straßenreifen ausgestattet ist – ideal um die Kurven hoch zum Doi Tung zu düsen.

Nun war dieses kleine Motorbike mit einem sehr lauten Auspuff ausgestattet. Ich mag den kernigen Sound ja schon gerne, aber das war selbst mir zu laut. Aber ich bin ja in Thailand und da macht es den Leuten nichts aus, wenn etwas laut ist. Am Polizei Checkpoint hat mir sogar ein Polizist „Daumen hoch“ gezeigt anstatt mich anzuhalten, weil ich mit einem höllisch lauten Motorrad unterwegs war.

Thailändisch ist eine ganz schön schwere Sprache – selbst für Thailänder

Natürlich gibt’s in Thailand auch Quiz-Shows. Nun hab ich im Fernsehen eine gesehen, bei der es um eine Spezialität der thailändischen Sprache ging, nämlich um Zähleinheiten. In Deutsch sagen wir „Ich habe heute 50 Chinesen getroffen“. In Thai ist die Satzstruktur „Heute ich treffen Chinesen 50 Menschen (das ist die Zähleinheit) schon“. Das besondere daran: Es gibt über 100 verschiedene Zähleinheiten. So las der Moderator nacheinander die Worte für verschiedene Gegenstände vor und die Kandidaten mussten einfach in 10 Sekunden das passende Zählwort dazu wissen. Tja, das scheint selbst für „echte“ Thailänder, die es in eine Quiz-Show schaffen, so schwierig zu sein, dass nicht alle richtig beantwortet wurden. Eine Herausforderung für Alle, die richtig Thai lernen wollen. Zum Glück gibt es eine „universelle“ Zähleinheit „an“, die man im Notfall immer verwenden kann.

Glückszahlen

Hin und wieder werde ich ich gefragt, was meine Nummer auf dem Motorrad-Kennzeichen wäre. „854.“ antworte ich dann. Anfangs war ich stolz, weil ich mir die Nummer bemerkt hatte, um mein Moped von den hunderten gleichartiger unterscheiden zu können, und ich dachte darum ging es.

Darum geht es aber überhaupt nicht. Es geht um die Glückszahlen bei der Lotterie. „Ein Farang, der schon ein Jahr hier wohnt und immer noch bei mir einkauft? Das muss ja Glück bringen.“ So oder so ähnlich denken sich das wohl die Leute, die mich fragen. Die Lotterie ist ein großes Ding in Thailand. Wie in Deutschland eigentlich auch. Lotterieverkäufer laufen oder fahren weit, um ihre Lose mit bestimmten Zahlenkombinationen, die Glück bringen sollen, zu verkaufen – zu deutlich höheren Preisen.

Toilettenregeln

„Woran merkt man, dass man in Thailand ist?“ Diese witzig gemeinte Frage fand ich neulich auf einer Seite für junge Ausländer im Internet. Eine der Antworten ließ mich schmunzeln: Wenn die Toilettenpapierrollen auf dem Tisch stehen statt auf der Toilette.

Ja, das ist wirklich so. Beim Essen wird das Papier als Servietten benutzt und auf der Toilette findet man meist gar keins. Und wenn es dort zu finden ist, weisen Schilder darauf hin, dass man das benutzte Papier nicht runter spülen soll sondern in den Mülleimer werfen soll, was die meisten Ausländer irritiert. Meist sind die Rohre nicht für größere Klumpen ausgelegt und verstopfen leicht.

Ja, und wie mach ich das nach dem großen Geschäft, wenn kein Toilettenpapier da ist? Eine essentielle Frage für reinliche Menschen. Ich persönlich habe die Spritzbrausen, die man häufig findet, zu schätzen gelernt (Nachteil: ein nasser Hintern). Manchmal findet man auch noch die ganz alte Version aus der Zeit vor der Installation von fließend Wasser: ein Becken mit Wasser und eine Schüssel. Dann heißt es die linke Hand zu benutzen, weswegen früher auch nur mit der rechten Hand gegessen wurde …

Vorfahrtsregeln

Demnächst werde ich meinen thailändischen Führerschein verlängern lassen. Da dachte ich mir, es kann nicht schaden, ein paar thailändische Verkehrsregeln zu kennen. Also fragte ich meine Kollegin, wer denn Vorfahrt an einer Kreuzung hätte. Die auf der Hauptstraße haben Vorfahrt. Mmmmh. Meine nächste Frage, woran ich denn eine Hauptstraße erkennen würde, brachte mir nur einen mitleidigen Blick ein. Also versuchte ich es mit „wenn zwei gleich große Landstraßen…“ „Samjääk oder Sijääk?“ also T-Kreuzung oder 4er-Kreuzung kam eine Frage zurück. Ich wollte natürlich beides wissen. „Tja, das weiß ich auch nicht.“ In solchen Situationen ist es in Thailand extrem wichtig, einfach nur zu lächeln.

Bei meiner Suche im Internet nach deutschsprachigen Verkehrsregeln für Thailand stieß ich dann auf ein paar Portale, die sich darüber ausließen, wie mies den der Verkehr sei und aufführten, was alles falsch gemacht würde. Allerdings fand ich wenig konkrete Regeln – dafür aber ein paar nette Widersprüche was die Geschwindigkeitsbeschränkungen angeht. Letztlich fand ich dann eine Beschreibung auf Thai mit Bildern.

Ich glaube für mich war es durchaus gut, die Regeln bisher nicht zu kennen, weil ich dadurch vorsichtiger gefahren bin. Wer sich hier auf die Regeln verlässt, kann dann bei einem Unfall sagen „ich hatte Vorfahrt“. Nützt ihm nur nix, weil eh niemand für den Schaden aufkommt.

Übrigens ist es links vor rechts. Eigentlich logisch bei Linksverkehr.

Luftgetrockneter Fisch

So was gibt’s bei uns in Deutschland auch, ein ausgenommener und aufgeschnittener Fisch auf einem Stock aufgespießt und luftgetrocknet. Wo ist denn der beste Platz, um diesen Fisch zu trocknen? Na, in der Sonne dachte sich auch der Mann vom Markt nebenan. Und wo war grad Sonne statt Schatten und ein Busch, wo man die Fische aufhängen konnte? Mitten auf dem Grünstreifen des Highways, wo ständig LKWs und Pick-ups graue Auspuffwolken hinterlassen. Dann mal „Mahlzeit“.

Solar – no power

Mein Lieblingsressort auf meiner Lieblingsinsel erzeugt den Strom, der nur abends zur Verfügung steht, erfolgreich mittels Solar-Panels. Nun wollten die Nachbarn an ihrem Neubau des Restaurants auch Strom per Sonnenenergie erzeugen, weil man dann ja kein Benzin mehr für den Generator kaufen müsste. Allerdings verstand man sich nicht wirklich gut mit den Nachbarn. Eine alte Familienstreitigkeit, die es zwar erlaubte, ein Schwätzchen zu halten, aber auf gar keinen Fall um Rat zu fragen. Die Anlage wurde also installiert und man wartete gespannt auf das Ergebnis. Wie enttäuschend, dass jeden Tag nur 30% des möglichen Ertrags angezeigt wurden. Wir standen vor dem Gebäude, schauten auf’s Dach, schauten im Garten umher und fragten schließlich den Besitzer, wo denn die Anlage sei. Na, auf der Rückseite des Daches, zum Berg hingewandt, weil die Panels ja schließlich nicht zu dem schönen blauen Dach passen würde, war die Antwort.

Schlagzeilen zum Valentinstag:

“Gefahren am Valentinstag – Wie jedes Jahr sehen die thailändischen Behörden dem Valentinstag mit gemischten Gefühlen entgegen, weil sich Jugendliche an diesem Tag zu nahe kommen könnten … Die Polizei forderte Eltern dazu auf, den Nachwuchs über die „Gefahren“ zu informieren, die der Valentinstag mit sich bringt.”

“Kein Sex zum Valentinstag – Das Innenministerium hat die Bangkoker Stadtverwaltung und die Gouverneure der Provinzen aufgefordert, am Valentinstag, 14. Februar, ein Auge auf sogenannte Love Motels zu werfen. … In Thailand, so die Behörde, würden an diesem Tag Schüler/innen und Studenten/innen erstmals in Sex einwilligen. Weil ihnen weder ein Zimmer noch die Rückbank eines Autos zur Verfügung stehen, suchen Teenager Love Hotels auf.”

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