Ein Rennrad kostengünstig verpacken für den Flug nach Thailand

Rennrad verpacken (1)-sDa ich ja eher ein Low-Budget-Reisender bin, also mit weniger Geld und Luxus mit dem Rad in Thailand unterwegs, habe ich mir keinen Bike-Koffer gekauft, sondern bei Fahrradhändlern nach einem Karton gefragt. Diese Kartons, in denen Fahrräder angeliefert werden, müssen sowieso entsorgt werden und die Händler, die ich hier in Deutschland bereits danach gefragt habe, waren immer gerne bereit einen abzugeben.

 

Rennrad verpacken (2)-sDas ist mein fast 10 Jahre altes Rennrad von Canyon. Obwohl ich zwischendurch immer mal wieder mit einem neuen Rennrad, am liebsten natürlich Carbon, geliebäugelt habe, bin ich immer noch sehr zufrieden mit meinem Bike. Und Carbon ist auch deutlich empfindlicher, so dass ich es nicht auf diese kostengünstige Art verpacken würde.

 

 

Rennrad verpacken (4)-sAls erstes baue ich die Räder aus. Achtung, die Fluggesellschaften verlangen, dass die Luft abgelassen wird, obwohl das eigentlich nicht nötig ist.

Da die Ausfallenden hinten und an der Gabel leicht eingedrückt werden können, habe ich für vorne noch eine alte Nabe gefunden, die ich mit dem Schnellspanner einbaue. Hinten klemme ich einfach ein passend zurecht gesägtes Stück Holz zwischen die Ausfallenden. Auch hier benutze ich dsen Schnellspanner.

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Rennrad verpacken (6)-sAls nächstes löse ich die Lenkerklemmung, so dass ich den Lenker nach unten kippen kann. Dann drehe ich die Gabel und klappe den Lenker so um, dass das eine Lenkerende hinter dem Oberrohr herausragt. Dieses Lenkerende fixiere ich mit einem Gummi am Oberroht. So kann der der Lenker nicht mehr hin und her bewegt werden und klappert auch nicht.

Werkzeug: Imbusschlüssel

 

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Rennrad verpacken (7)-sIm nächsten Schritt schraube ich den Umwerfer ab und „verpacke“ ihn in einem gebrauchten wattierten Umschlag. Luftpolsterfolie wäre genau so gut. Im Notfall tut es auch ein alter Strumpf. Das Paket befestige ich mit Kabelbindern zwischen den Ausfallenden.

Werkzeug: Imbusschlüssel

 

Rennrad verpacken (9)-sNun sind die Pedale dran. Mit einem 15er Gabelschlüssel oder einem Spezialwerkzeug (einem Gabelschlüssel mit dünnen Backen) schraube ich die Pedale los. Hier ist es wichtig zu wissen, wie rum aufgedreht werden muss.

Rechte Seite, vor dem Rad stehend links rum aufdrehen. Auf der linken Seite ist es umgekehrt. Die unterschiedlich drehenden Schraubgewinde sind nötig, damit ein Pedal nicht durch die Drehbewegung beim Pedalieren aufgedreht werden.

Rennrad verpacken (11)-sDie Pedale schraube ich nach innen geklappt wieder ein ohne sie wirklich fest zu ziehen. Zum Schutz umwickle ich sie wie auch den Umwerfer mit Luftpolsterfolie, einem wattierten Briefumschlag oder einem Strumpf. Danach fixiere ich sie mit Kabelbinder am Rahmen damit sie nicht gegen den Lack schlagen.

Werkzeug: 15er Gabelschlüssel

Rennrad verpacken (8)-sNun ist der Sattel an der Reihe. Ich merke mir, wie tief die Sattelstütze im Sitzrohr steckt. Dazu kann ich es z.B. markieren. in meinem Fall ist die Länge des Imbusschlüssels genau richtig. Mit einem Foto mit dem Smartphone habe ich so einen super Merker. Auf das Ausmessen mit einem Metermaß verzichte ich, weil ich am Ankunftsort keines dabei haben werde.

Der Sattel kommt später einfach mit in die Kiste.

Rennrad verpacken (14)-sSo sieht das dann am Schluss aus und wandert dann in die Kiste.

 

 

 

 

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Die Räder, Sattel, Radschuhe, Helm, Handschuhe und Werkzeugset kommen mit in die Kiste. Bei Bedarf können sie fixiert werden. Nicht vergessen das passende Werkzeug, Gewebeband und Kabelbinder für den Rückflug mit einzupacken.

Die Naben, die ja gegen die Kartonwand drücken, polstere ich mit – ja, richtig – Luftpolsterfolie oder einem Stück Stoff, z. B. einer Socke ab.

 

 

Rennrad verpacken (16)-sDa meine Kiste recht lang war und das Probleme beim Transport zum Flughafen macht, verkürze ich die Kiste. Mit meinen Resten von Gewebeband und starkem Klarsichtklebeband verschließe ich die Box. Bei Bedarf können auch noch die Ecken und Kanten mit Gewebeband verstärkt werden.

Fertig für die Reise nach Thailand.

 

Benötigtes Werkzeug und Material:
15er Gabelschlüssel
2 Imbusschlüssel (da kenne ich die Größenbezeichnung nicht)
Luftpolsterfolie, wattierte Umschläge Stoffstücke oder Strümpfe
Kabelbinder
zwei Stücke Holz oder 2 alte ausgebaute Naben
Karton vom Fahrradhändler
Gummi
Gewebeband o.ä.

Um ganz ehrlich zu sein, gibt es einen Haken bei der ganzen Sache. Wer für eine relativ kurze Zeit in Thailand Rad fährt und an einem Ort bleibt, kann den Karton und das andere Material wieder verwenden. Wer rum reist, wird den Karton eher nicht mitnehmen wollen. Aber in Thailand ist es deutlich schwieriger solch einen Karton zu bekommen.

Ich werde erst wieder in 9 Monaten zurück fliegen. Den großen Karton so lange aufzubewahren wird schwierig weil er viel Platz einnimmt und sich bei der hohen Luftfeuchtigkeit tendentiell auflöst.

Mein Tourenrad hatte ich übrigens nicht eingepackt für den Flug. Den Lenke hatte ich gedreht, die Pedale nach innen verlegt und den Umwerfer abgeschraubt und verpackt festgebunden. So konnte das Personal am Flughafen das ganze Rad noch schieben. Außerdem dachte ich mir, dass die Leute so ein bisschen besser aufpassen und das Rad nicht auf’s Gepäckband werfen. Hat gut geklappt.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen du machst, wenn du dein Rad mitnimmst im Flug nach Thailand.

Viel Spaß beim Radfahren in Thailand!!!