Capuccino in Chiang Rai

Thai Kaffee – Eine Köstlichkeit aus den Bergen

Hier in Chiang Rai gibt es gefühlt über Tausend Coffeeshops. Dabei ist Kaffee in Thailand relativ teuer. 40 bis 80 Baht muss man für einen mit großer Leidenschaft aufgebrühten Cappuccino ausgeben. Das ist üppig in einem Land mit einem gesetzlich geregelten Mindestlohn von unter 10 Euro – pro Tag.

Wenn ich den Barista zuschaue, wird mir immer wieder klar, dass Kaffee in Thailand kein Massenprodukt ist. Beim Warten und Betrachten der Profi-Kaffeevollautomaten schweifen meine Gedanken ab zu Preiskalkulationen und Rentabilitätsrechnungen. Außer bei den großen Ketten wie Amazon oder Black Canyon spielt das offensichtlich selten eine Rolle bei der Entscheidung, ein Café zu betreiben.

Wenn dann aber das duftende und wunderschön anzuschauende Produkt vor mir steht, bin ich einfach nur noch hin und weg. Dabei bin ich überhaupt kein Kaffee-Fanatiker. Bevor ich hier in den Bergen durch Kaffeeplantagen gewandert bin und gesehen habe, wie in den Akha-Dörfern um den Doi Tung die Bohnen verarbeitet werden, hatte ich mir nie Gedanken gemacht, wo mein Wachmacher herkommt.

Als ich dann in Deutschland in einer kleinen Rösterei Thai Kaffee entdeckte, fragte ich die Expertin Michelle, wo der denn herkomme. Ganz aus der Nähe. Doi Chang Kaffee Thailand ist auch in Deutschland ein Begriff. Du kannst dir vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe.

Also fragte ich weiter und Michelle war so freundlich, ihr Wissen zu teilen:


Wie kommt thailändischer Kaffee nach Deutschland?

Bis der braune, belebende Trunk in unseren Tassen landet hat die Kaffeebohne schon eine lange Reise hinter sich.

Alles fängt mit dem Anbau in Thailand an. Die Kaffees, die wir in Deutschland in lokalen Röstereien zu kaufen bekommen, stammen in aller Regel aus dem Norden Thailands. Hier wird die Sorte Arabica auf einer Höhe ab 1000 m angebaut. Hauptsächlich von Bergvölkern wie den Lisu, Lahu, Karen, Hmong und Akha.

Die Kleinbauern ernten in harter Handarbeit nur die reifen Kaffeekirschen von ihren Plantagen und bringen diese oft zu größeren Farmen, wo sie weiterverarbeitet werden.

Diese Farmen bereiten die Kaffeekirschen dann zu Rohkaffee auf, der im letzten Schritt handverlesen und sortiert für den Export in 50-60 kg Säcken verpackt wird. Über den Bangkoker Hafen kommt der Rohkaffee auf dem Wasserweg nach Europa.

In Deutschland angekommen werden die Spezialitätenkaffees in kleinen regionalen Röstereien mit viel Liebe und Leidenschaft auf den Punkt geröstet bevor sie dann in unseren Tassen landen.

Herzlichen Dank an Michelle und Chamerland Kafferösterei für die eindrucksvollen Fotos.


Was macht Thai Kaffee so besonders?

Wer denkt bei Kaffee schon an Thailand? Die meisten Menschen wissen gar nicht mal, dass es Spezialitätenkaffee aus dem thailändischen Königreich gibt.

Eine Besonderheit ist der nachhaltige Anbau im Einklang mit der Natur. Die Bergvölker Nordthailands sind Spezialisten was die Bewirtschaftung von bergigem Terrain angeht. Sie wissen genau, wie sie die verschiedenen Pflanzen in Mischkulturen anbauen können, um eine ausgewogene Agrarkultur zur schaffen. Das schont den Boden und fördert die Widerstandskraft der Pflanzen gegen Fressfeinde und Pilzbefall. So wachsen zum Beispiel Papayas neben Macadamia-Bäumen und im Schatten dieser Gewächse fühlen sich die Kaffeepflanzen pudelwohl.



In mühevoller Handarbeit werden die Kaffeekirschen dann in dem oft steilen, schwer zugänglichen Hängen von den Pflanzen geerntet. Erntemaschinen sind in dieser malerischen Bergwelt undenkbar. Gute Erntehelfer schaffen an einem Tag schon mal zwischen 50 und 60 kg Kaffeekirschen. Dabei werden nur die reifen Kirschen gepflückt. Das macht diesen handverlesenen Kaffee so besonders.


Wo kann man diesen außergewöhnlichen Thai Kaffee kaufen?

Wer in Thailand zu Hause ist, bekommt diesen handverlesenen Kaffee zum Beispiel bei der Doi Chang Coffee Farm. Am einfachsten geht das über Facebook unter DOICHANGCOFFEEFARM. Die Farm ist in Familienbesitz und zahlt den Kleinbauern für ihre Ernte einen fairen Lohn, der weit über dem Weltmarktpreis liegt.

Alle Deutschen Fans können diesen speziellen Kaffee von einer der vielen kleinen Röstereien beziehen. Eine breite Auswahl an verschiedenen thailändischen Kaffeesorten bietet die Kaffeerösterei Chamer Land. Auch die Bonafede Privatrösterei hatte schon Kaffee aus Thailand im Sortiment. Ein Blick in das breite Sortiment lohnt jedoch. Hier gibt es jede Menge direkt gehandelte und nachhaltig angebaute Kaffees aus aller Welt zu entdecken.

Michelle Braun im Team der Bonafede Kaffeerösterei


Michelle kommt aus dem Heidelberger Raum, gebürtig aus Hockenheim wo sie seit 2016 in der Privatrösterei Bonafede als Barista, Kaffeerösterin und Werbebeauftragte tätig ist.

Um ihr Kaffeewissen zu vertiefen, besuchte sie 2018 die Doi Chang Coffee Farm in Thailand und pflegt seitdem zu dieser einen engen Kontakt.


Übrigens heißt Kaffee auf Thailändisch „gafää“ – กาแฟ  In der heißen Variant als „gafää roon“ oder mit Eis als „gafää jen“. Leicht zu merken, oder? Wenn du noch mehr Thai lernen möchtest, schau mal bei meinen Tipps.

Buchempfehlung

Als ich neulich mal wieder Michelle in der Kaffeerösterei besuchte, zeigte sie mir ein Buch: 99 wunderbare Coffee-Shops. “Gefühlt die Hälfte der vorgestellten Cafés sind in Thailand.” meinte sie noch dazu. Also schaute ich mir das mal näher an. Tatsächlich. Und ich erkannte auch diesen enormen Individualismus und die Liebe zum Detail bei den Thais wieder.

Cafés in der ganzen Welt und ganz besonders in Thailand, speziell in Chiang Mai in einem Buch

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Hallo, ich bin Stefan

Seit 2014 lebe ich hauptsächlich in Chiang Rai, der nördlichsen Provinz Thailands.

Hier auf STEFANinTHAILAND berichte ich über Leben, Reisen und Radfahren in Thailand. Neugier und Lust auf Aktivitäten sind meine größte Motivation, um das Land zu erkunden. Vor allem für Chiang Rai könnte man mich als Experten bezeichnen.

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