Man liest immer nur von den tropischen Stränden, dem warmen Klima, dem gesunden Essen und der Freundlichkeit der Thai. Gibt es auch „Minuspunkte“ für Thailand?
Ja, denn leider macht es einem die thailändische Regierung nicht immer leicht, sich hier niederzulassen.

Heute gebe ich das Wort an Wolfgang Marquardt aus dem Kraichgau in Südwestdeutschland. Er war viele Jahre in leitender Funktion in internationalen Unternehmen tätig und hat sich nach seinem Berufsleben intensiv mit Thailand beschäftigt. Bevor er sich für Hua Hin entschied, schaute er sich verschiedene Regionen ganz genau an – eine kluge Vorgehensweise, die zeigt, wie man den Start ins Auswandererleben erfolgreich gestalten kann.
Die größten Hindernisse beim Auswandern nach Thailand
1. Ausländer können kein Land kaufen
Das hängt vermutlich noch mit der Kolonialzeit zusammen, als England und Frankreich dem damaligen „Siam“ große Gebiete abgenommen hatten. König Rama V. versuchte, einen Krieg zu vermeiden, und trat deshalb Gebiete ab. Das betraf z.B. Teile der heutigen Länder Malaysia, Burma (Myanmar) und Laos. Ähnliche Besitzerwerbsregelungen gibt es auch in Laos, Myanmar, China und Vietnam.
Eine legale Möglichkeit, Land in Thailand zu nutzen, ist ein Leasingvertrag (Lease) über 30 Jahre, der vertraglich verlängert werden kann.
2. Strenge Aufenthaltsbestimmungen (Visa)
Eine Einreise nach Thailand ist für die meisten Europäer derzeit visafrei mit einem Aufenthalt von bis zu 60 Tagen möglich. Im Moment wird wieder diskutiert, ob das auf 30 Tage reduziert werden soll (Stand April 2026). Je nach Staatsangehörigkeit wird ein Visa on arrival bei der Einreise ausgestellt. Für längere Aufenthalte muss man im Heimatland oder Drittland ein Visum beantragen, das oft an Bedingungen wie Krankenversicherung, finanzielle Mittel oder den Reisezweck gebunden ist.
Es gibt verschiedene Optionen für längere Aufenthalte, die jedoch meist mit Auflagen verbunden sind. Für Rentner über 50 Jahre ist es dagegen oft eher eine Formalität.
3. Ein- und Ausreisen sind auch mit gültigem Visum limitiert
Meiner Meinung (Wolfang) nach ist das vor allem ein Weg, zusätzliche Gebühren zu erheben. Als Inhaber eines Visums muss man ein sogenanntes Re-Entry-Visum für eine einmalige Wiedereinreise für 1.900 THB bzw. 3.800 THB für eine mehrmalige Wiedereinreise erwerben damit das Visum bei einer Ausreise nicht verfällt. Jedes Jahr wieder wohlgemerkt.
4. Gefahr durch Konflikte in und um Thailand
Stimmt, in Südostasien ist nicht überall Stabilität gegeben, und es wird noch lange dauern, bis sich das vollständig beruhigt – ähnlich wie wir es vom ehemaligen Jugoslawien kennen.
In Myanmar gibt es weiterhin Konflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen.
Im Süden Thailands gibt es Spannungen mit muslimisch geprägten Regionen.
Und auch zwischen Thailand und Kambodscha gibt es seit vielen Jahren immer wieder kleinere oder größere Streitigkeiten, die teilweise auch mit Waffen ausgetragen werden. Das hat teilweise Gründe kultureller Natur (z. B. Herkunft von Traditionen). Der Streit basiert vorallem aber auf einen nicht akzeptierten Grenzverlauf.
Den Nachteilen steht jedoch eine lange Liste an Vorteilen gegenüber. Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist.
1. Warmes, tropisches Klima ohne echten Winter
Der „Winter“ liegt bei etwa 16 °C oder höher. Dazu kommt eine Regenzeit von etwa 2–3 Monaten, in der es meist einmal täglich für ca. 30 Minuten regnet.
2. Gesundes Essen
Wenn man es mit dem Reis nicht übertreibt, ist thailändisches Essen sehr gesund und äußerst schmackhaft.
3. Preiswertes Leben
Die Lebenshaltungskosten sind selbst in Badeorten wie Hua Hin deutlich niedriger als in Deutschland. Hua Hin ist etwa 30–40 % günstiger – je nach Lebensstil. Auf dem Land kann es sogar nur etwa die Hälfte kosten. (Bemerkung von Stefan: Je mehr westlich leben will, desto teurer wird es. Bei einem eher thailändischen Lebensstil sind die Lebenshaltungskosten noch günstiger.)
4. Freundlichkeit und Respekt vor dem Alter
In Deutschland gilt man mit 50 oft schon als „alt“ und wird ersetzt. In Thailand genießt man mit zunehmendem Alter mehr Respekt. Die Freundlichkeit der Menschen ist beeindruckend – man muss es selbst erleben.
5. Hervorragende Infrastruktur
In Hua Hin gibt es mehrere internationale Schulen sowie eine erstklassige medizinische Versorgung – oft besser und gleichzeitig bezahlbarer als in vielen großen Städten Deutschlands.
6. Günstige Steuerkonditionen
Derzeit wird in Thailand nur das Einkommen besteuert, das auch im Land erwirtschaftet wurde. Das kann sich zwar ändern, aber aktuell ist es ein großer Vorteil.
7. Gute Lage für Reisen in Asien und darüber hinaus
Thailand liegt zentral in Asien und mit Bangkok hat man einen wichtigen internationalen Verkehrsknotenpunkt. Zudem wird der Bahnverkehr stark ausgebaut. In einigen Jahren wird man von China über Laos und Thailand bis nach Singapur mit dem Hochgeschwindigkeitszug reisen können.
8. Vielfältige Freizeitmöglichkeiten
Hua Hin ist ein Paradies für Golfer mit über 12 anerkannten Golfplätzen zu Preisen, die man in Europa kaum findet. Außerdem gibt es herrliche Strände zum Kitesurfen, wunderschne Radtouren und gut ausgestattete Fitness-Center.
Weite Strände sowie Orte wie Krabi oder Phuket bieten ideale Bedingungen zum Tauchen und Schnorcheln.
Jeder sollte also für sich entscheiden, was wichtig für sein Leben ist!
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