Radtouren in Nordthailand

3 Tage Radtour von Chiang Mai nach Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands

1   Von Chiang Mai nach Chiang Dao
2   Von Chiang Dao nach Thaton

3   Von Thaton nach Mae Sai

8/9 Tage Rundtour durch die Berge um Chiang Rai, Nordthailand

1   Von Chiang Rai nach Mae Sai
2   Von Mae Sai nach Chiang Khong
3   Von Chiang Khong nach Phu Chi Fa
4   Von Phu Chi Fa nach Chiang Kham

5   Von Chiang Kham nach Phayao
6   Von Phayao nach Phrao
7   Von Phrao nach Thaton
8   Von Thaton mit dem Boot nach Chiang Rai
Was ich heute anders machen würde

6/7 Tage Radtour von Chiang Mai nach Vientiane (Laos) – Visarun mit dem Fahrrad

Ich musste mir ein Visum besorgen und wollte das mit Radfahren verbinden. Die nächste thailändische Botschaft ist in Vientiane. Machbar. Also los. Die Streckenplanung ist ein Kompromiss zwischen langer Strecke und wenigen Höhenmetern.

Zur kompletten Tourbeschreibung hier klicken

 

Fahrradtour von Chiang Mai nach Mae Sai

Schöne Radtour in 3 Tagen von Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands, über Chiang Dao (bekannt wegen der Höhle) und Thaton (am Nam Kok) nach Mae Sai, der nördlichsten Stadt in Thailand, in der Nähe des Golden Triangle. ca. 280 km

Tag 1: Von Chiang Mai nach Chiang Daoschöner Begleiter

Mein Start war an der Brücke über den Ping Fluss 1 km östlich vom Osttor der Altstadt. Der Fluss bietet eine gute Orientierung auf den ersten ca. 27 km, denn man bleibt solange auf der rechten Seite in Richtung Norden. Kleine Straßen führen bis auf die Höhe von Baan San Pong (links) bzw. Baan Krua (rechts) und vermeiden den großen Stadtverkehr. Man bewegt sich immer in der Nähe des Flusses und zwischen den Landstraßen 107 und 1001.

Kurz bevor die 1001 in einem großen Bogen nach Osten führt, fährt man nach links über den Fluss und danach ca. 8 km auf kleinen Straßen Richtung Norden weiter. Leider muss man dann auf der 107 weiter fahren.

(Alternativ könnte auch bis hier auf der 107 aus der Stadt raus gefahren werden.)

Nun geht es ca. 53 km zum Teil leicht bergauf auf der Landstraße mit Seitenstreifen bis Chiang Dao, das bekannt ist für seine Höhle in dem über 2000 Meter hohen Hausberg, der über der Stadt aufragt. Achtung, vor Chiang Dao sollte man die Umgehungsstraße verlassen und durch die Stadt fahren (ausgeschildert).

Übernachtung in Chiang Mai

Nicht weit vom Flughafen entfernt liegt ein super sauberes, auf Radfahrer spezialisiertes Hostel. Und wer jetzt an Schlafsäle denkt, denkt falsch. Kleine Einzelzimmer, sogenannte Boxen, erwarten den Radler genauso wie Radbegeistertes Personal: Bike – Sleep – Repeat

Zudem sagen die Bewertungen: im Vergleich zu anderen Unterkünften das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Chiang Mai.

Übernachtung in Chiang Dao

Günstig übernachtet habe ich bei Chan and Cees. Vor allem habe ich das gewählt, weil es die kürzeste Strecke zu einer Übernachtungsmöglichkeit war. Ich war nämlich ganz schön platt vom Vorabend :-)

Da Chiang Dao sehr beliebt ist bei Reisenden, gibt es eine große Auswahl von Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preiskategorien bei Booking.com – Chiang Dao*

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Tag 2: Von Chiang Dao nach Tha Ton

Am nächsten Tag geht es durch viel durch den Wald über den Pass, der nicht zu schwer ist mit einer guten Straße. Allerdings stört hier der Verkehr mehr, da es keinen Seitenstreifen gibt. Ein Motorradfahrer aus Chiang Mai hat mir erzählt, dass dies der Pass im Norden mit den meisten Unfällen ist. Also Vorsicht.

Nach der schönen Abfahrt geht es weiter durch die Ebene von Fang. Die Straße ist leicht abschüssig, daher rollt es richtig gut. Kurz vor Fang sollte auf die 1089 gewechselt werden. Beide Straßen führen später wieder zusammen, dennoch meine ich durch die Stadt zu fahren ist schöner.

Über Mae Ai führt die 1089 weiter weitestgehend flach bis Tha Ton. Hier gibt es einen schönen Tempel mit Aussicht über den Fluss und die Gegend zu besichtigen.

Übernachtungsmöglichkeiten in Thaton

Eine schöne Möglichkeit bietet booking.com für Thaton: Das Thaton Hill Ressort*

Eine sehr schöne Alternative in Thaton ist das romantisch am Fluss gelegene Thaton Riverview Resort. Hier kann man auch mit Blick auf den Fluss dinieren. Die Anlage liegt etwa 1 km flussaufwärts von der Brücke auf der rechten Seite.

Tha Ton bietet auch die Alternative mit dem Boot auf dem Kok River nach Chiang Rai zu fahren. Wer also ganz dringend eine Pause vom Fahrradfahren braucht und lieber mit einem kleinen Boot teilweise über Schwälle weiter reisen möchte, ist hier richtig.

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Tag 3: Von Tha Ton nach Mae Chan (und weiter nach Mae Sai)

Aus Tha Ton heraus führt die Straße von der Brücke über den Nam Kok Richtung Osten. Im Flusstal beginnt die Straße leicht anzusteigen und führt dann mit über 600 Höhenmeter über den Pass. Die Abfahrt auf sehr guter Straße ist landschaftlich und fahrerisch ein Genuss.

Alternativ kann man oben am Police Checkpoint links abbiegen und über Mae Salong weiter fahren, aber das ständiges Auf und Ab und steile Rampen machen mit Gepäck oder Rennrad keinen Spaß.

Kurz vor Mae Chan (ca. 53 km von Thaton, ca. 8 km vor Mae Chan) sollte man sich den netten Park bei Baan Pong Nam Ron mit heißen Quellen nicht entgehen lassen. Die Attraktion ist neben den schönen lebensgroßen Nachbildungen täglicher Arbeit das Kochen von Eiern in den heißen Quellen. Für wenig Geld erhält man an den Ständen Eier in Bambuskörbchen, die man einfach eine Zeit lang ins heiße Wasser hält.

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Von Mae Chan nach Mae Sai

Von Mae Chan aus kann man entMae_Chan_-_Mae_Saiweder am Highway 1 entlang fahren bis Mae Sai (einfach Richtung Norden auf dem Seitenstreifen der 4-spurigen Straße) oder mit weniger Verkehr ein paar km länger über die Dörfer fahren.

Die Tour, die ich von Mae Chan aus bis direkt zur Grenze nach Myanmar, dem nördlichsten Punkt Thailands, aufgezeichnet habe, führt über Seitenstraßen, die fast durchgehend gut asphaltiert sind. Leider sind sie schlecht ausgeschildert und somit nur für ortskundige zu finden oder mit viel Suche auf der Landkarte. Ein GPS-Gerät und meine GPX-Daten helfen das Dorfleben, die schöne von Reisfeldern geprägte Landschaft und die Aussicht auf die Berge zu genießen.

Übernachtungsmöglichkeiten und Infos über Mae Sai

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Rundtour durch die Berge um Chiang Rai

„Der hohe Norden“ – die zum Teil sportliche Radtour in 8 bis 9 Tagen in einer großen Runde durch die nordthailändischen Berge um Chiang Rai

Ursprüngliches Thailand, Landleben, Mekong, Bergvölker, See-Promendade und Wald, viel Wald. Alles dabei auf dieser schönen Thailand Fahrradtour.

Tag 1: Von Chiang Rai über die Dörfer nach Mae Sai

90 km, 450 Höhenmeter.

Viele thailändische Rennradfahrer sind an den großen Straßen unterwegs. Für die wäre eine direkte Verbindung am Highway Nr. 1 entlang naheliegend. Das ist auf dem Randstreifen auch machbar (und auch kürzer), aber bei dem starken Verkehr kein Spaß. Mein Vorschlag ist daher ein großer Bogen fast komplett über kleine Straßen.

Start ist am Uhrenturm (clock tower – หอนาฬิกา), einem markanten Startpunkt im Zentrum von Chiang Rai. Nur der erste Teil raus aus der Stadt führt an großen Straßen entlang. Selbst den Flughafen kann man vergleichsweise angenehm auf einem Fahrradweg umfahren. Noch ein kurzes Stück an einer Art Autobahn und dann geht’s leicht hügelig über die Dörfer durch Landwirtschaftsgebiet.

Ab Baan Nong Krok, wenn man auf die 1016 abbiegt, wird es flach. Über Reisfelder geht es auf wenig befahrenen Straßen immer mit Blick auf die schönen Berge weiter. Kurz vor Mae Sai nimmt der Verkehr zu. Die Route führt direkt bis zur Grenze nach Tachilek, Burma. Von dort ist es nicht weit zum Baan Sabai, einem netten und recht neuen Hotel mitten in der Stadt. (Mehr Infos über Mae Sai mit Guesthouses, Hotel und Essen)

Übernachtung in Chiang Rai

Es gibt eine große Anzahl von Übernachtungsmöglichkeiten in Chiang Rai. Da ich in der Nähe wohne, übernachte ich dort kaum selbst. Daher habe ich keinen konkreten Tipp. Mit Booking.com* kann man sich aber die bestbewertesten Hotels raus suchen.

Tag 2: Von Mae Sai am Mekong entlang nach Chiang Khong

Aussicht über den Mekong in Chiang Khong-s110 km, 80 davon flach.
Eine schöne Tour entlang des Mekongs, dem großen Fluss, der fünf Länder miteinander verbindet.

Start an der Grenze, um durch die Mueang Daeng Straße, einer der Geschäftsstraßen Mae Sais, und an der 2nd Friendship Bridge vorbei die Stadt in Richtung Osten zu verlassen. Schon nach 3 km ist man auf einer kleinen Landstraße, die 15 km über Reisefelder führt. Und das fast ohne Verkehr. Der Verkehr auf der großen Landstraße nach Chiang Saen ist gering obwohl die Straße wohl wegen den touristischen Zielen so gut ausgebaut ist. Es geht über 2 kleine Steigungen am Opium-Museum und zwei Kilometer weiter am Goldenen Dreieck vorbei. Ab dem markanten Touristenmagnet mit dem großen goldenen Buddha hat man den Mekong häufig in Sichtweite.

Chiang Saen – alte Stadt am Mekong

Chiang Saen mit seinen Überresten der alten Stadtmauer und seinen Tempelruinen wird direkt am Mekong durchquert. Schön ist hier das Treiben auf dem großen Fluss zu beobachten. Wer Glück hat, kann den vielen Helfern beim Be- oder Entladen eines chinesischen Schiffes zuschauen – alles ohne Maschinen. Hinter Chiang Saen ist es wichtig an der Kreuzung in Baan Saeo geradeaus weiter zu fahren. Chiang Khong ist sowohl geradeaus als auch rechts ausgeschildert, aber die Landstraße Nr. 4007 führt in einem großen Bogen am Mekong entlang. Durch das üppige und fruchtbare Flußtal ist die Straße bis 15 km vor Chiang Khong flach. Nachdem das Tal enger wurde und wir wieder auf die Landstraße Nr. 1129 treffen, geht es in einem ständigen Auf und Ab zum Ziel. The View - Essen und Trinken mit Aussicht (2)-sThe View - Essen und Trinken mit Aussicht (1)-s Für einen Zwischenstopp prädistiniert ist das Restaurant und Bar „The View“. Der Name ist Programm. In einer schönen Atmosphäre kann man hier bei grandioser Aussicht auf einer Anhöhe über dem Mekong lecker essen und trinken. Aussicht über den Mekong in Chiang Khong-sIn Chiang Khong starten die Boote nach Luang Prabang, dem Weltkulturerbe in Laos. Dementsprechend ist das schöne kleine Städtchen ein frequentierter Durchgangsort für viele Touristen. Es gibt also viele Guesthouses und Hotels. Für die Übernachtung empfehle ich das Day Waterfront House*. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für dieses kleine Hotel direkt am Mekong ist super. Große sehr saubere Zimmer mit Aircon, Balkon, TV, Kühlschrank, Wasserkocher und Frühstück je nach Saison ab 700,- Baht. Zudem sprechen die Eigentümer recht gut Englisch. Zu buchen bei Booking.com *  

Wem die 110 km zu lang sind oder wer sich unterwegs Zeit lassen will für Hall of Opium und Golden Triangle, kann bei ca. km 84 im Rai Puchat übernachten. Das im Jahr 2015 gebaute Homestay liegt direkt am Mekong und ist eine Oase der Ruhe und Friedlichkeit. Leckeres Essen, Kochkurse, großer Garten mit eigenem Anbau von Obst und Gemüse. Bestens geeignet für Leute, die im Norden von Thailand einen Platz scuehn zum runter kommen. Das Thai-Style Holzhaus ist zwar schön, aber auch ein bisschen typisch Thai schwülstig. Ich empfehle die Übernachtung in einem der kleinen Holzbungalows unten am Fluss. Buchen bei Booking.com *

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Tag 3: Von Chiang Khong nach Phu Chi Fa

Ca. 85 km, meist bergauf, ca. 1200 Höhenmeter.
Vom Mekong in die Berge. Die ersten 20 km raus aus Chiang Khong erst auf der 1020 und dann den Schildern Richtung Phu Chi Fa folgend sind noch flach, danach wird es hügelig und danach steil – sehr steil. IMG_3632-blogDer erste schöne Abschnitt beginnt nach ca. 20 km, wenn die 1055 erreicht wird. Hier stößt die Straße auf den Mekong und der durch die Berge. Das bedeutet, dass das Tal eng und felsig wird. Die Straße läuft etwa 10 km parallel zum Fluss, so dass man immer wieder lohnenswerte Aussichten hat. Beim Panorama Cafe ist der Name Programm. Nachdem sich die Straße vom Mekong abwendet und die ersten Höhenmeter gewinnt, wird die Landschaft schön saftig grün. Es gibt nur noch wenige größere Orte. Die Fahrt geht durch zum Teil sehr arme Dörfer. Es ist das Gebiet eines der Bergvölker in Thailand (ethnische Minderheiten teilweise ohne Staatsbürgerschaft). IMG_3650-blogIm kleinen Wat Tham Pha Lae mache ich Mittagspause. Die friedliche Atmosphäre ist sehr einladend. Genauso wie der oberste von 3 Mönchen, der mich einlädt, mich in der Gebetshalle auszuruhen. So mache ich ein herrliches Nickerchen unter den sanften Augen zweier Buddha-Statuen. Ab der Abzweigung nach Phu Chi Fa wird’s heftig. Erst ärgere ich mich, weil die mühsam erarbeiteten Höhenmeter innerhalb kürzester Zeit wieder zunichte gemacht werden, weil es steil bergab geht, und dann ärgere ich mich, weil in Thailand die Straßen immer so steil den Berg hinauf führen anstatt in Serpentinen. Die thailändischen Straßenbauer sollten mal zum Crashkurs in die Schweiz gebracht werden :-) Als die 15%-Rampen beginnen, gebe ich auf und schiebe hauptsächlich. Unterwegs werde ich von den Schulkindern auf dem Nachhauseweg bestaunt. Die sind ja auch auf Mopeds unterwegs. Mindestens ein Kilogramm von den Bäumen gepflückter Litschis geben mir Energie durchzuhalten. Fast angekommen entdecke ich noch das Refugium eines Mönchs, der Deutsch spricht. Er sei in den 80ern in Ludwigshafen gewesen. Jetzt lebt er schon 12 Jahre hier in Einklang mit der Natur. IMG_3677-blogIn den späten Abendstunden komme ich in dem Dorf auf über 1300 Meter an. Es gibt sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten, aber alles wirkt leer. Klar, hier ist es nur in der Hauptsaison voll, also im Winter, wenn Touristen nicht nur aus Thailand kommen um den Nebeln in den Tälern zu bewundern.

Übernachtung in Phu Chi Fa

Ich frage im erstbesten Laden nach einer Bleibe und bekomme für 300 Baht ein einfaches, nicht sehr attraktives Zimmer. Egal, ich will mich einfach nur noch hinlegen. Wer es ein bisschen bequemer haben will, kann das Phu Mok Dok Mai Resort* in der Nähe ausprobieren. zurück nach oben

Tag 4: von Phu Chi Fa nach Chiang Kham

ca. 77 km, viel bergab, wenig bergauf.

Meine Anstrengung vom Vortag wird belohnt mit über 20 km bergab fahren. Nicht zu steil und mit wunderschöner Aussicht – ein Traum, wenn die teilweise schlechte Straße nicht alle Aufmerksamkeit brauchen würde. So halte ich öfters an und schaue über die Berge. Da die Straße ganz in der Nähe der thailändisch-laotischen Grenze verläuft, sind auch schon mal Militärposten zu sehen oder Abstecher zu Grenzübergängen ausgeschildert.

Auf dieser kurzen Etappe kann man sich viel Zeit lassen zum Fotografieren oder auch zum Entspannen im Phusang-Park. Der Wasserfall in diesem kleinen Park ist echt schön und sehenswert.

Übernachtung in Chiang Kham

In Chiang Kham hab ich mir ein gutes Zimmer mit Aircon und super Bett geleistet. Für 890 Baht nicht zu teuer für das sehr saubere und große Zimmer in dem Hotel für Leute auf Geschäftsreise. D.h. alles, was man braucht und gut. Auch eine Massage war heute als Belohnung für die letzten Tage drin. 60 Minuten für 350 Baht.

Das Chiangkham Grand Villa* ist sehr zu empfehlen. Es liegt genau auf der Strecke, ist sauber und ruhig. Zu Buchen über Booking.com*

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Tag 5: Von Chiang Kham nach Phayao

ca. 65 km, flach, nichts Besonderes. (d.h. sportliche Radler können von Phu Chi Fa auch durchfahren nach Phayao)

Am Anfang und später auch noch mal bei Chun sind ein paar wenige Kilometer auf kleinen Straße möglich zu fahren. Sonst geht es über relativ große Landstraßen z.T. auch mit LKW-Verkehr. Für mich ist das dennoch nicht so tragisch, weil die Luft klar ist und die Berge zu sehen sind. An den großen Straßen entlang ist die Spur für langsamere Fahrzeuge gut zu befahren. Wie so oft bei solchen Etappen, lasse ich meinen Gedanken freien Lauf und merke gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Die Promenade am See in Phayao ist total schön. Erinnert mit den Bergen im Hintergrund irgendwie an die Schweiz. Es ist enorm viel los heute am 20. Mai, weil durch einen hohen buddhistischen Feiertag halb Thailand unterwegs ist zu einem Tempel. Hier im See steht nämlich ein kleiner Schrein, zu dem heute eine schwimmende Bambusbrücke führt.

Beim Picknick am See (sehr zu empfehlen, es gibt Verkäufer, die einen mit Essen versorgen) lerne ich Wolfgang kennen, der hier lebt. Seine Tipps, was man hier in Phayao entdecken kann, und die schöne Aussicht führen zu der Entscheidung, heute nicht weiter zu fahren. So möchte ich gerne das Aquarium am Highway No. 1 mit dem berühmten Riesenwels besuchen, aber leider ist ja Feiertag. Sonst ist von Montag bis Samstag von 8.30 bis 16.30 Uhr und am Sonntag von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet.

Die von lokalen Künstlern bemalte Mauer am „Ancient Port“ ist nicht so leicht zu finden und wenig beeindruckend. Allerdings sind ein paar der Bilder echt interessant.

Übernachtung in Phayao

Natürlich wollte ich es wissen und bin auch seinem Hinweis gefolgt, dass man hier noch für 200 Baht im Hotel übernachten kann. Das wollte ich wissen. Jetzt weiß ich es. Das gibt es tatsächlich noch im Tharn Thong Hotel, das wie aus einer anderen Zeit anmutet. Entsprechend ist auch die Ausstattung. Die Telefonanlage in der Rezeption wird tatsächlich noch benutzt und der Aufzug riecht genau so alt. Entsprechend der heißen Jahreszeit habe ich mich für das Zimmer mit Aircon zu 340 Baht entschieden.

Auf Booking.com* findet man viele Übernachtungsmöglichkeiten in Phayao. Mein Tipp: bei Bewertung nach den mit „hervorragend“ gekennzeichneten Hotels, Hostels oder Gästehäusern schauen.

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Tag 6: Von Phayao nach Phrao

128 km, über 7 Stunden, viele Höhenmeter

Wow, da hab ich mich ein wenig überzockt. Eigentlich wollte ich ja gestern noch weiter fahren, um diese Etappe kürzer zu halten. Hab ich dann aber doch nicht gemacht. So wurde es heute wieder richtig anstrengend – aber schön.

Die Morgenstimmung am See war wunderschön, die Sicht auf die Berge ganz klar. Das war schon mal vielversprechend. Nach den ersten 20 km auf zumeist kleinen Straßen, ging es los mit der ersten Steigung. Ein moderater Anstieg über 10 km auf einer breiten, aber um die Uhrzeit wenig befahrenen größeren Landstraße. Eine mir entgegen kommende Rennradgruppe beneide ich um die schöne Abfahrt und hoffe, dass ich auf dieser Etappe auch in den Genuss komme.

Und tatsächlich, direkt nach dem Pass bin ich auf 10 km im Flow. Durch eine schöne Gegend über breite Straße geht es weiter. Ein weiterer längerer Anstieg steht an bevor es zur Verbindungsstraße zwieschen Chiang Rai und Chiang Mai geht.

Auf dieser extrem stark befahrenen Straße habe ich keine Lust länger zu fahren und wähle daher die nächsten 15 km mit dem Songthaew zurück zu legen. Das kostet mich zwar 100 Baht, aber schon meine Beine und Nerven vor den anstehenden Herausforderungen.

Es geht nämlich über steile Rampen in die Berge Richtung Phrao. 15 %! Es ist zum Heulen. Diese kleinen Straßen führen immer über den Berg, statt drum herum. Mit Gepäck ist das kein Spaß mehr für mich. Als ich dann das Gefühl hatte, bald nicht mehr zu können, war plötzlich bei einem Dorf die Ebene von Phrao zu sehen. Yeah, geschafft! Eine Welle der Erleichterung und Freude gibt mir neue Energie. Die brauche ich auch für die 20 km anspruchsvolle Abfahrt nach Phrao. Genial.

Übernachtung auf halbem Weg in Wiang Pa Pao

Für alle Radler, die sich diese Königs-Etappe nicht am Stück antun wollen: Es gibt eine sehr schöne Übernachtungsmöglichkeit auf halbem Weg. In Wiang Pa Pao gibt es ein wunderschönes „Homestay“, das eine Freundin empfohlen hat: Phoomtada*

Übernachtung in Phrao

Im Ortskern gibt es zwei günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Einmal ist da das individuell eingerichtete Granny Tea House* für billige 300 Baht incl. Frühstück außerhalb der Saison. Leider ohne Aircon und deshalb nur für die kühlen Monate geeignet. Nicht weit findet sich die im Phrao Place*. Sehr saubere und große Zimmer, allerdings mit harten Betten. Nicht jeder mag das so wie ich. Bei beiden sind die Besitzer super nett. Im Umland gibt es dann noch mehr Auswahl.

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Tag 7: Von Phrao nach Thaton

101 km, 1020 Höhenmeter (vor allem im ersten Drittel)

Phrao liegt in einer schönen Ebene mit hohen Bergen drumherum. Es sieht sehr fruchtbar aus. Viele Mango- und Litschi-Plantagen säumen die Straßen.

Dann plötzlich ein Warnschild: „Gefahr“ und „Achtung“ kann ich lesen. Kurze Zeit später weiß ich, wovor gewarnt wurde. In einer 20%-Rampe mit Kurven und schlechtem Belag haben sogar Autofahrer Schwierigkeiten. Für mich wird da selbst schieben anstrengend. (Übrigens messe ich mit einem Hangneigungsmesser in der Outdooractive-App).

Da ich mal wieder ohne Frühstück los gefahren bin, halte ich im ersten Dorf mitten im Niemandsland an. In einem kleinen Laden sage ich zu Pohn der Verkäuferin, dass ich Hunger hätte („hiu kao“), und frage ob es Nüsse gäbe. Sie bietet mir an Eier zu kochen, was ich gerne annehme. Ich unterhalte mich mit ihrem Mann und kurze Zeit später kommt sie mit einem großen Topf Reis und ein paar Schälchen zurück. Sie deckt den Tisch für 3 Personen und meint, sie hätten auch noch nicht gegessen. Omelett, Fisch und – Käfer (!!!) sind aufgetischt. Okay, das will ich probieren. Und tatsächlich sie schmecken gar nicht schlecht. Es ist eine reine Kopfsache. Wenn man verdrängt, dass es Käfer sind, schmeckt das eigentlich nur nach Gebratenem.

Thiwit erzählt mir stolz, dass ihre Tochter in Bangkok studiert, und fragt, ob es in meinem Waisenheim auch Kinder vom Bergvolk der Karen gäbe. Da ich noch eine ganz schön lange Strecke fahren muss, mache ich mich bald wieder auf den Weg, obwohl ich es hier noch eine Weile ausgehalten hätte bei diesen freundlichen Menschen.

Weiter geht es in einem ständigen Auf und Ab durch die wenig besiedelten Berge. Unter anderem entdecke ich eine Höhle, wo offensichtlich auch ein Mönch lebt. Da ich keine gute Taschenlampe dabei habe, traue ich mich nur etwa 50 Meter hinein.

An der Einmündung zur Landstraße Nr. 107 biege ich nach rechts ab Richtung Fang. Diese stark befahrene Straße kenne ich schon. Hier bin ich vor 2 Jahren von Chiang Dao nach Thaton gefahren. Mich hatte damals schon gewundert, wie dicht diese Straße bebaut ist. Es gibt auf den nächsten 55 Kilometern nicht einen, der nicht mit einem Haus oder einer Halle bebaut gewesen wäre. Dafür ist das Gelände insgesamt leicht abfallend, so dass es flott voran geht über Fang und Mae Ai nach Thaton.

In Thaton gibt es außer der Brücke über den Nam Kok – dem Fluss, der nach Chiang Rai fließt – noch ein recht schönes Wat oberhalb der Stadt zu bestaunen. Wer noch genug Energie übrig hat, sollte hoch fahren zur 8. Ebene und dort die tolle Aussicht genießen. Die interessante Zusammenstellung von chinesisch angehauchten Schlangenskulpturen, Heldenstatuen ehemaliger Könige und einem Chedi gibt’s noch als Dreingabe dazu. Ich mache das am nächsten Morgen vor der Abfahrt nach Chiang Rai.

Übernachtung in Thaton

Ich hatte mir ein vielversprechendes Ressort direkt am Nam Kok ausgesucht und mit Booking.com gebucht. Allerdings wirkte die ehemals wunderschöne Anlage sehr herunter gekommen. Überall waren die Spuren des Verfalls an den 15 Jahre alten Gebäuden zu sehen. Ein paar Bauarbeiter reparierten gerade die Front des Restaurants. Es wirkte wie eine Sysiphus-Arbeit auf mich.

Das ist der Vorteil bei einer Buchung über Booking.com. Die Bezahlung erfolgt erst vor Ort und die Buchung ist meist kostenlos zu stornieren. So hätte ich mich einfach nach etwas anderem umschauen können. In der Nebensaison kein Problem.

Eine sehr schöne Alternative in Thaton ist das romantisch am Fluss gelegene Thaton Riverview Resort. Hier kann man auch mit Blick auf den Fluss dinieren. Die Anlage liegt etwa 1 km flussaufwärts von der Brücke auf der rechten Seite. http://thaton-riverview-resort.chiangmai-chiangrai.com

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Tag 8: Von Thaton nach Chiang Rai

auf dem Nam Kok (Kok river)

Vormittags fahren bei ausreichendem Wasserstand Longtail-Boote bis Chiang Rai. Ausreichend ist der normalerweise ab der Regensaison bis ca. März.

Was ich heute anders machen würde: Etappe 6 auf zwei Tage verteilen.

Diese Tour im Ganzen habe ich in der heißen Jahreszeit gemacht. Das ist nicht unbedingt zu empfehlen. Entsprechend anstrengend sind manche Etappen geworden. Nicht nur deswegen würde ich diese extreme Etappe verkürzen, sondern einfach auch des Genusses wegen. Es gibt so viel zu sehen entlang der Strecke und für viele Radler, die nicht so oft im Norden von Thailand unterwegs sind, ist es schöner kürzer zu fahren und öfter stehen zu bleiben, um etwas anzuschauen oder mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Letzteres geht übrigens am besten mit dem Thai-Crashkurs.

Die Touren-Aufzeichnung als GPX-Datei verschicke ich gerne auf Anfrage. Einfach Mail an stefan (at) stefaninthailand.de

(Herzlichen Dank an zwei Menschen mit dem Namen Franz, die mir sehr geholfen haben, diese wunderschönen Routen zu finden.)

 

Ich freue mich wie immer über Rückmeldungen, Erfahrungen und Ergänzungen.
Viel Spaß beim Fahrradfahren in Thailand.

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2 thoughts on “Radtouren in Nordthailand

  1. Hallo Stefan

    Ich will am 5. Januar von Chiang Mai frür 4 Wochen in den Norden Thailands fahren und wäre dakbar für die GPS-Daten deiner Tour. So viel Höhenmeter am Tag wie du schaffe ich nicht, bin 71. War schon 2 mal in Thailand, 2 mal in Vietnam, 2 mal Kuba, immer mit Dahon Faltrad, 24 Zoll.
    Viele Grüße Hans

    1. Hallo Hans,

      du fährst mit dem Dahon große Touren. mein Respekt! GPS-Daten schicke ich dir. Es gibt Touren hier im Norden, bei denen du keine extrem steilen Anstiege fahren musst und die relativ wenige Höhenmeter haben. Da kann ich dich gerne beraten.

      Viele Grüße aus Mae Sai
      Stefan

      PS: gestern bin ich den Mae Sai Loop von der steileren Seite hoch gefahren. Uff, das war grenzwertig: https://www.facebook.com/unterwegsmitstefan/

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