Auch in Thailand gab es und gibt es Einschränkungen. Immer noch gilt die nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 5 Uhr, aber da bin ich eh schon im Bett. Schulen, Universitäten, Schwimmbäder und Bars sind noch geschlossen. Es gibt keine Sportveranstaltungen und Walking Streets (diese thailändische Art wöchentlicher Straßenmärkte). Kaufhäuser, Restaurants und Sportstadien sind seit letzter Woche wieder geöffnet, allerdings mit Eingangskontrollen, Desinfektion und Masken. Inlandsflüge gibt es zum Teil auch wieder, aber immer noch werden keine Reisenden aus anderen Ländern außer China, Taiwan und Südkorea ins Land gelassen.
Man kann sich gut denken, dass in diesem so vom Tourismus abhängigen Thailand sehr viele Menschen ohne Einkommen sind. Wie in der westlichen Welt auch, gibt es staatliche Programme zur Unterstützung. So werden für 3 Monate 5000 Baht ausgezahlt. Leider sind viele bedürftige Menschen nicht in diesem Programm.
Private Hilfen in schweren Zeiten
Genau in dieser schwierigen Zeit kommt eine wunderschöne Eigenheit der Thailänder zutage. „Nam Chai“ (wörtlich übersetzt „Wasser des Herzens“) ist das An-die-Bedürfnisse-anderer-Menschen-denken. Man könnte es auch Empathie nennen. Thais helfen Thais. Zunächst gab es tägliche Essensausgaben. So durfte ich bei der Ausgabe von Khao Pad, Eiern und Wasser bei einem angesehenen Arzt hier in Chiang Rai mithelfen.
In Pattaya, Koh Samui und Phuket gab es auch von Farang organisierte Ausgabestellen. Das ging gut bis die Behörden meinten, es würden die Regeln zur Social Distance nicht eingehalten. D.h. Abstand beim Schlangestehen und Desinfizieren der Hände. Vermutlich passte die Berichterstattung auch nicht in das Thailand-Bild, das die Behörden gerne im Ausland zeigen. Siehe Beispiel Koh Samui. So wurden diese nicht nur hier in Chiang Rai verboten.

Aber schon kurze Zeit später tauchten viele Food4free-Schränke in der Stadt auf. So eine Art thailändischer Küchenschrank, wo Spender Nahrungsmittel hinterlegen können und sich Bedürftige bedienen können. Diese Schränke heißen auf Thai „Du pan suk“ (Schrank teilen Glück). Eine wunderschöne Bezeichnung.
Leider wurden im Fernsehen negative Beispiele gezeigt, wo skrupellose Leute mit dem Auto vorbeikamen und Schränke ausräumten. Hier in Chiang Rai kenne ich 3 geschickte Stellen, wo ein Food4free-Schrank steht. Vor dem mexikanischen Restaurant Sambroso, einem Möbelladen in der Nähe der Polizeistation und an der Einfahrt zum Armee-Golfkurs. Insbesondere letzterer ist ideal, weil hier immer Soldaten sitzen, um ankommende Autos zu kontrollieren.

Weitere – eher lustige – Beispiele für „Typisch Thai“ findest du auf dieser Seite.
#food4free
Schoen Idee und typisch Thai, hoffe das funktioniert auch gut.
Auch eine gute Idee ist deine Blogspende – ich habe dich gerade zum Essen eingeladen, lass es dir schmecken :-)
Liebe Gruesse aus Muehlhausen,
Harald.
Hallo Harald,
herzlichen Dank für die virtuelle Einladung zum Essen. Das wird ein Khao Soy (Curry mit Nudeln und Hühnchen). Vielleicht kann ich dich im Sommer ja mal zu einem Bier einladen.
Schöne Grüße aus Chiang Rai