1o Vorschläge zur Verbesserung Bangkoks

Bangkok skyline

Ein Artikel von Greg Jorgensen

Bangkok hat sich seit meiner Ankunft im Jahr 2001 sehr verändert. Damals war der Skytrain noch keine zwei Jahre alt und die erste U-Bahn-Linie der Stadt kam erst drei Jahre später. Die Hauptstadt war mit rostigen Überresten von Bürotürmen übersät – den Zeugen des Finanzcrashs von 1997. Internationale Speisen und Getränke gab es im wesentlichen in Form von Pizza und britischen Pubs.

Es war eine einfachere Zeit.

Seitdem ist Bangkok eine unglaublich weltoffene Stadt geworden. Die Restaurantszene ist mit Michelin-Sternen übersät, die rostigen Türme wurden zu glänzenden Wolkenkratzern reanimiert, und Hunderte Kilometer neuer Eisenbahnstrecken werden in den nächsten Jahren fertig gestellt. Und lass mich nicht von den Einkaufszentren anfangen …

Bei all dem Wachstum besteht dennoch Verbesserungsbedarf. Ich liebe es, Bangkok mit dem Fahrrad und zu Fuß zu erkunden. So habe ich den Großteil der Stadt vom Boden aus und hinter den Fassaden gesehen. Ich liebe diese Stadt wirklich in all seiner schrecklichen, schmutzigen Pracht – und ich habe ein paar Ideen.

Hier sind ein paar Möglichkeiten, von denen ich denke, dass sie Bangkok verbessern könnten. Keine dieser Ideen ist perfekt, aber jeder von ihnen könnte ein guter Anfang sein.

1 Die Sackgassen miteinander verbinden

Als Bangkok von einem Fischerdorf zu einer Metropole wuchs, wurde das immer größer werdende Straßennetz um die vielen Kanäle der Stadt herum gebaut. Aus verschiedenen Gründen wie zum Beispiel mangelnde Planung oder Land in Privatbesitz enden viele dieser Straßen in einer Sackgasse, wenn sie auf einen Kanal treffen. Das schränkt die Möglichkeiten alternativer Fahrtstrecken enorm ein.

Eine Studie ergab, dass 37,2% der Straßen in Bangkok Sackgassen sind, verglichen mit 7% in Singapur und Tokio und 3,6% in New York. Hinzu kommt die Tatsache, dass nur etwa 10% der Fläche Bangkoks für Straßen genutzt werden (im Vergleich zu 23% in Tokio und 38% in New York). Nun kann man sich gut vorstellen, wie es zu all diesen Staus in Bangkok kommt.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Bitte bauen Sie Brücken über die Kanäle, um Straßen zu verbinden und den Verkehrsfluss zu verbessern.

2 Keine verkaufsfreien Montage

Seit etwa 2010 sind die Gehsteige in Bangkok montags weitgehend frei von Straßenhändlern. Kein Essen, keine Kleidung, kein Schnickschnack. Zumindest an den meisten Orten – manchmal findet man immer noch eine Rebellen-Oma mit einem Nudelstand an der Ecke. Die Regel wurde angeblich eingeführt, um den städtischen Arbeitern zu ermöglichen, die Bürgersteige ordnungsgemäß zu reinigen, nachdem die Verkäufer immer frecher wurden und mehr und mehr vom Gehweg vereinnahmten.

Ich denke, das hat funktioniert, aber es hat auch für weniger Einnahmen gesorgt. Und meinen Montagmorgens-Jok (eine Schüssel Reisbrei) auf dem Weg zur Arbeit zur Vergangenheit angehören lassen. Die Regierung beschloss dies vor ein paar Jahren und jetzt wird das viel strenger kontrolliert als je zuvor (manche sagen zu streng). Ich kann mir nicht helfen, aber ich denke, dass No-Selling Montage ein echter Streitpunkt sind.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Lass sie verkaufen!

3 Bessere Bürgersteige

Ich sage ja nicht, dass der Bau eines Bürgersteigs einfach ist. Aber in meinem Heimatland Kanada herrschen Temperaturen von -40ºC bis 35ºC, heftige Sommerregen und das ganze Jahr über viel Fuß-, Fahrrad- und Skateboardverkehr auf den Gehsteigen. Warum muss in Bangkok scheinbar jeder Straßenabschnitt alle sechs Monate ersetzt werden? Liegt es daran, dass Sand als Basis für die Fliesen verwendet wird? Sand, der mit der Zeit weggespült wird und zu Löchern führt. Mal von den unangenehmen Spritzern von schwarz verfärbtem Wasser auf der Hose abgesehen, wenn man nach einem Regen einen Fehltritt macht. Vielleicht ist der Mann, der für die Vergabe von Bauaufträgen zuständig ist, der Bruder des Chefs der Firma „Big Sidewalk“. Ich weiß es einfach nicht.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Bürgersteige fallen nach 6 Monaten auseinander. Bitte bauen sie bessere.

4 Verbesserung der behindertengerechten Einrichtungen

Quelle: Living in Asia

Man kann es nicht anders sagen – Bangkoks Infrastruktur für Behinderte ist ein Zeichen der Schmach, das den Namen der Stadt noch für viele Jahre beschmutzen wird. Das normale Gehen auf zwei Füßen ist auf den bereits erwähnten aufgerissenen und unebenen Gehwegen schon schwierig genug – versuche es mal im Rollstuhl! Rampen, Aufzüge und Rolltreppenzugang sind bestenfalls widersprüchlich und selbst nachdem (mehrere) von Behindertengruppen eingereichte Klagen verloren wurden, hat die Stadtverwaltung immer noch Probleme bei der Einführung selbst der grundlegendsten Einrichtungen. Es ist eine gottverdammte Schande. Denn selbst, wenn ein Ort über Einrichtungen für Behinderte verfügt, werden diese oft versperrt, blockiert oder ignoriert. Come on Bangkok, das geht besser.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Mangels entsprechender Einrichtungen ist es für Behinderte in Bangkok nahezu unmöglich, sich hier zu bewegen. Sie verdienen Besseres.

5 Kabel unterirdisch verlegen

Wenn Bill Gates ein Foto von der verrückten Elektrokabelsituation postet, weiß man, was Sache ist. Das Problem muss gelöst werden. (Auch wenn der Kontext des Fotos ein anderer war, spricht das Bild für sich).

Quelle: Pixabay

Letztes Jahr hat die Stadt begonnen, die unansehnlichen Kabel in einigen der touristischeren Gegenden unterirdisch zu verlegen. In den nächsten fünf Jahren sind weitere 125 km geplant. Das Projekt war ein Erfolg und buchstäblich jeder meinte, es sei eine enorme Verbesserung. Es ist also an der Zeit, weiter zu verbessern. Machen Sie dasselbe auf allen Straßen und bei jedem neuen Haus / Gebäude / Viertel, das gerade gebaut wird. Bangkok ist keine besonders schöne Stadt, aber das würde sicherlich helfen.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Riesige Knoten von Telefonkabeln sind hässlich. Bitte verlegen sie diese unter der Erde.

6 Plastiktüten teuer machen

Als ich auf der High School in Kanada war, begann eine der größten Lebensmittelketten des Landes mit 5 US-Cent für eine Plastiktüte zu verlangen. Die Leute waren zunächst empört, aber nach ein paar Monaten kamen alle Geschäfte auf die Idee und jetzt sind Plastiktüten in den meisten großen Geschäften grundsätzlich verboten. Menschen in Bangkok fangen ebenfalls damit an, aber in Thailand ist es fast ein Reflex den Einkauf in eine Plastiktüte zu stecken. Ein Becher Joghurt, eine Tüte Chips, ein Päckchen Kaugummis, eine heiße Tasse Kaffee (wirklich) oder sogar eine Tüte mit Plastiktüten – alles kommt in die Tüte.

Mehrere hochkarätige Kampagnen haben das Thema öffentlich gemacht und einige Geschäfte unternehmen wohlwollende Anstrengungen, die wahrscheinlich bald vergessen werden. Man muss nur sehen, wie ein Straßenabfluss während eines heftigen Regengusses in Bangkok durch eine einzige Tüte vollständig blockiert werden kann, um den Schaden zu verstehen, den einige Millionen dieser Dinger anrichten können. Eine koordinierte Anstrengung von allen Läden wäre ein großer Schritt. Aber … die Leute lieben nun mal ihre Plastiktüten.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Bequemlichkeit ist okay, aber wenn Läden anfangen würden, Plastiktüten in Rechnung zu stellen, wäre die Stadt für uns (und unsere Kinder) ein besserer Ort.

7 Höhere Geldstrafen für Verletzungen von Regeln zu Sicherheit

Bangkok kann ein wenig gesetzlos sein, wenn es darum geht zu schnell zu fahren, in der zweiten Reihe  zu parken, Müll im Kanal zu entsorgen oder minderwertige Materialien im Bau einzusetzen. Menschen wurden verletzt oder getötet bei Unfällen, die hätten vermieden werden können, wenn nur die Regeln befolgt worden wären. Dies ist meistens darauf zurückzuführen, dass die Geldstrafen zu gering sind, selbst wenn die Gesetze durchgesetzt werden.

Ein paar tausend Dollar sind keine große Sache und viele der Verurteilten betrachten das als Abschreibung für eine schnellere oder kostengünstigere Erledigung. Wenn jedoch Geldstrafen für große kriminelle Machenschaften bei sagen wir mal 500.000 US-Dollar beginnen würden (unabhängig davon, wer verurteilt wird), würden die Einwohner anfangen, die öffentliche Sicherheit ernster zu nehmen.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Bangkoks Fahrer lieben es Kurven zu schneiden, was ganz schön gefährlich sein kann. Machen sie die Geldstrafen dafür so groß, dass die Fahrer es bleiben lassen.

8 Verbesserungen am Taxi-System

Taxi and bus on Bangkok street
Image by Sharon Ang from Pixabay

Die Taxis in Bangkok sind notorisch wankelmütig – wenn ein Fahrer mich als Passagier akzeptiert (oh, vielen Dank, Mr. Taxi Driver), fahren sie oft wie Idioten. In einer Episode meines Bangkok Podcast habe ich das Thema ausführlich behandelt. Hier ein paar Vorschläge:

1) Es sollte für jeden Passagier eine Quittung geben mit einem QR-Code für guten oder schlechten Service. Wenn die Fahrt bewertet werden, können Bußgelder für zu viele Berichte über schlechten Service verhängt werden.

2) Verschiedenfarbige Leuchtanzeigen, um anzuzeigen, ob Taxis alle Fahrten oder nur kurze Fahrten akzeptieren.

3) Taxis, zum Beispiel in blau mit einem gelben Streifen, könnten als Taxis definiert werden, die niemals einen Fahrpreis ablehnen. Ich bin sicher, dass viele Pendler gerne ein bisschen mehr dafür zahlen würden. Zumindest weiß ich, dass ich es tun würde.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Mehr und sichere Möglichkeiten für Pendler, die Taxis nutzen.

9 Die Situation am Taksin Pier verbessern

Mit der kürzlich veröffentlichten Ankündigung https://www.bangkokpost.com/business/tourism-and-transport/1608330/catamarans-lined-up-for-chao-phraya, dass der tägliche Verkehr auf dem Chao Phraya Fluss von 40.000 auf 200.000 Menschen steigen wird, ist klar geworden, dass am Central Pier (Taksin Pier) etwas getan werden muss. Hier halten fast alle Boote, die den Fluss benutzen. Zudem ist dies ein wichtiger Zug- und Verkehrsknotenpunkt. Schlechte Beschilderung, eine verwirrende Benutzerführung und zu viele Personen, die zu viele Dinge auf einmal schreien machen die Benutzung zu einer stressigen und verwirrenden Erfahrung – selbst wenn man weiß, wohin man will.

Ich benutze dieses Pier mehrmals in der Woche und sehe fast jedes Mal Gruppen verlorener, verwirrter Touristen. Wenn der Verkehr auf dem Fluss ansteigen soll, braucht es eine Infrastruktur, die das möglich macht.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Da der Flussverkehr zunimmt, muss am Taksin Pier eine Verbesserung stattfinden.

10 Die Station Makkasan mit einem öffentlichen Park umgeben

Makkasan Station Bangkok
Makkasan Station und Skyline Bangkok (Quelle: pixabay)

Bangkok hat mit 3,3 Quadratmetern eine der niedrigsten Pro-Kopf-Grünflächenquoten der Welt, verglichen mit 23,1 Quadratmetern in New York und 66 Quadratmetern in Singapur. Der eine große, zentrale Stadtpark Lumphini ist nett, aber kaum genug für eine Stadt mit 10 Millionen Einwohnern. Betreten Sie den alten Bahnhof von Makkasan. Die Park-gegen-Condo-oder-Mall-Debatte in der Gegend ist schon seit Jahren am Laufen. Es ist an der Zeit, den Menschen zu geben, was sie wollen. Die alten Lagerhäuser könnten renoviert und in Restaurants, Geschäfte oder Cafés umgewandelt werden. Die üppigen Naturlandschaften würden einen hervorragenden Raum für Familien abgeben und die Rolle in der Geschichte Bangkoks könnte mit einem schönen kleinen Zugmuseum hergestellt werden. Das wäre eine Win-Win-Situation.

Meine Idee für die Stadtentwicklung: Es gibt ein riesiges, ungenutztes Stück Land mitten in der Stadt, das einen großartigen Park bilden würde. Schade, dass es so viel Geld wert ist.


Wenn dir noch etwas zu dem Thema einfällt, dann lass es Greg auf der Englischsprachigen Seite Living in Asia wissen  https://livinginasia.co/ways-to-improve-bangkok


Greg Jorgensen kam 2001 für einen längeren Urlaub nach Thailand und ist immer noch hier. Man kann ihn einfach nicht loswerden. Wenn er in seinem Job nicht tapfer am Schreibtisch sitzt, erforscht Greg gern Bangkok mit dem Fahrrad, findet seltsame, neue Restaurants und spielt mit seinem kleinen Sohn, der bereits besser Thai spricht als er. Greg bloggt bei Greg to Differ und veröffentlicht Podcasts bei The Bangkok Podcast.

Dieser Artikel wurde zuerst bei Living in Asia in Englisch veröffentlicht. www.livinginasia.co widmet sich den Themen Stadtentwicklung, Denkmalschutz, bemerkenswerte Architektur, Infrastruktur und Verkehr in den Städten Südost- und Ostasiens.

James Clark – der Herausgeber von Living in Asia – betreibt seit 2003 ein Online-Medien-Business, während er die Welt bereist. 2005 kam er erstmals nach Südostasien. Seitdem kehrt er jedes Jahr in die Region zurück. Er ist derzeit in Saigon ansässig und man kann bei www.nomadicnotes.com über seine Reisen lesen.


Herzlichen Dank für die Möglichkeit, diesen Artikel übersetzen und veröffentlichen zu können. Die Übersetzung liest sich nicht immer ganz flüssig. Ich wollte so nah am Original bleiben wie möglich.

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Titelfoto: Walkerssk auf Pixabay

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