Meine kleinen Abenteuer beim Fahrradfahren in Thailand

Also wenn mich einer fragt, ob ich bei Bike for Dad dabei war, dann kann ich sagen „doch ja“, auch wenn mein Name in keiner Liste auftaucht. Denn registrieren konnte ich mich nicht mehr. Und das kam so …

Dieser Tag war mal wieder „Stefan Wagner Spezial“. Es ging um Fahrradfahren in meinem geliebten Nordthailand. Bike for Dad war in Chiang Rai um 15 Uhr angesagt. Ich hatte mich auf Grund technischer Probleme – die Server waren ständig überlastet – nicht online registrieren können. Mai pen rai – kein Problem – mach ich halt am gleichen Tag. Und ich wollte unbedingt mit dem Fahrrad hinfahren. Einfache Strecke geschätzte 65 km am Highway lang. Am Highway wollte ich aber nicht lang fahren mit dem Rad. Also früh los fahren. Ja.

Eigentlich hätte ich ja um 8 Uhr losfahren wollen. Eigentlich hätte mein Zeitpuffer auch gereicht mit einer Verspätung. Eigentlich. Es fing schon damit an, dass ich einfach nicht so schnell aus dem kuschelig-warmen Bett raus kam. Es ist schon empfindlich frisch morgens. Naja, und dann musste ich ja vorher auch noch schnell ins Büro, um etwas zu checken. Musste sein. Als ich dann endlich losfuhr, traf ich noch Franz und musste ganz dringend mit ihm einen Kaffee trinken. War wichtig. Und dann, ich weiß gar nicht um wie viel Uhr, bin ich dann losgefahren. Mai pen rai – kein Problem – wir sind ja in Thailand.

Endlich auf dem Fahrrad unterwegs

Tour nach Chiang Rai (2)-blogDie erste Stunde war wunderbar. Ich kenne in meiner Gegend die kleinsten Sträßchen ohne Verkehr. Die zweite Stunde war auch toll. Auf größeren, aber wenig befahrenen Straßen durch hügeliges Gelände. Es war schön warm, nicht zu heiß. Wunderbar. Die dritte Stunde. Hätte ja die letzte sein können, weil ich 65 km locker in 3 Stunden schaffe. Aber dann hätte ich ja am Highway lang fahren müssen. Also war klar: es wird ein bisschen länger dauern. Die Strecke hatte ich mir vorher mal grob angeschaut. Ab der dritten Stunde ließ ich Google Maps meine Route berechnen. Ja, aber nicht an den großen Straßen lang. Nach einer weiteren halben Stunde wurde mir langsam klar, dass ich viel zu weit Richtung Osten geraten war. Also mal schauen auf Google Maps. Ja, da lang und dann Richtung Süden, das müsste gehen.

Eine Viertelstunde später wurde mir klar, das konnte nicht richtig sein. Ich sah ja an meinem Schatten, dass ich gar nicht nach Süden fuhr. Wieder mein Smartphone zu Rate gezogen, realisierte ich, dass ich hätte abbiegen müssen. Aber da war keine befestigte Straße! Aber es musste sein, denn hier lang ging’s ja nur Richtung Osten. Okay, rumdrehen, zurück fahren bis zum Abzweig und schauen. Ja, das ging, die unbefestigte Straße sah gar nicht so schlecht aus und rollte auch erstaunlich gut. Aber irgendwann war Schluss mit der Fahrt durch Plantagen und ich stand an einem Fluss. Oje, wo Google Maps eine Brücke vermuten ließ, war nur eine Furt. Umdrehen? Boah, zurück und dann noch einen Riesenumweg? Ne, nur das nich. (Hatte ich schon erwähnt, dass es mittlerweile Nachmittag war?)

Tour nach Chiang Rai (1)-blogWas machte also der erfahrene Erlebnispädagoge? Jep, er wollte da rüber. Aber erst mal ohne Fahrrad testen. Auf Sandsäcken bis zu der tiefen Stelle und dann … ahhhh, die war gar nicht sooo tief. Also rüber und das Rad holen. So, nu hatte ich nasse Schuhe, aber das machte nix, denn das war ja richtig aufregend gewesen. Weiter ging’s über unbefestigte Straßen und dann irgendwann auch wieder auf Asphalt Richtung Chiang Rai.

Bike for Dad – Fahrradfahren in Thailand mit 10.000 anderen begeisterten Radlern

Mittlerweile war dann auch klar, dass ich den Start von Bike for Dad auf jeden Fall verpassen würde; da konnte ich noch so strampeln. Mai pen rai – wir sind ja in Thailand. Am Stadtrand von Chiang Rai fragte ich einen Polizisten und er gab mir tatsächlich die Auskunft, auf die ich gehofft hatte. Die Route führte hier entlang und die Radfahrer würden in ca. 30 Minuten kommen. Also bin ich dann unangemeldet noch die halbe Strecke mitgefahren.

Bike for Dad (2)-blogWow, was für ein Erlebnis mit 10.000 anderen Radfahrern unterwegs zu sein. Mittlerweile kann ich Menschen verstehen, die die Energie von Massenveranstaltungen mögen. Das hat was. Es waren überall auch Krankenwagen am Straßenrand und Radler vom Rescue-Team mit unterwegs. Einer erzählte mir, er hätte schon fünf Leute verarztet. Überall standen Menschen am Straßenrand und winkten. Ein Armee-Hubschrauber kreiste über uns (wahrscheinlich mit einem Kamerateam an Bord). An speziellen Stellen, wie z.B. an den Brücken standen Kranwagen mit Kameras, um die besten Bilder einzufangen. Als ich mir einen Kaffee holte, liefen im Fernsehen Reportagen über Bike for Dad nicht nur in Thailand sondern in der ganzen Welt. Wow. Und da war ich dabei? Cool!

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Mein Fazit zu Google Maps: Beim Fahrradfahren in Thailand ist das auf dem Smartphone gut, um herauszufinden, wo ich bin. Aber definitiv nicht gut genug, um eine ordentliche Routenplanung zu machen. Unbefestigte Straßen sind von befestigten nicht zu unterscheiden und der Bildschirm ist eh zu klein.

Ich werde in der Gegend um Mae Sai weiter schöne Radtouren abseits der vielbefahrenen Straßen suchen. Die werde ich dann auch hier auf dem Blog veröffentlichen. Oder verhindere ich damit ein kleines Abenteuer des nächsten Radfahrers?

weitere Unmengen von Fotos auf Facebook

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5 thoughts on “Meine kleinen Abenteuer beim Fahrradfahren in Thailand

  1. Hi Stefan

    Danke für diesen köstlichen Artikel. Ich musste laut lachen, denn mir ist in der Schweiz mal was sehr ähnliches passiert und es ging auch um Fahrrad-Fahren 555, köstlich. Na immerhin durftest du doch noch etwas mitfahren. Gratulation.

    LG Philippe

  2. Cooler Bericht. :-)
    …ich empfehle dir Runtastic mountain bike für android. Greift auf die open bike maps zurück. Wie gut die für Thailand sind weiss ich aber nicht.

  3. Vielen Dank für eure aufmunternden Kommentare.
    Mattl, das erinnert mich an eine Baustelle ;-)
    Philippe, irgendwann werden wir uns mal auf ein Bier oder so treffen. Und dann will ich diese Geschichte hören …
    Franz, der eigene Orientierungssinn und eine gute Karte sind immer noch die beste Kombi, nicht wahr?

    1. Ja sicher, der ganze GPS Muell haelt einen nur davon ab sich total auf das Fahren zu konzentrieren, und wenn jemand mit Hilfe der Sonne hier nicht weiss wo N oder O ist dann findet er/sie sowieso nichts zu jedweder Tageszeit und ist sozusagen eine „blinde Nuss“……………….

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