Das „kleine“ Koh Chang – die relaxte Insel im Südwesten von Thailand

Meine Lieblingsinsel im Süden von Thailand – das Koh Chang in der Andamann-See

Open Air Küche im Cachew Ressort auf Koh Chang
Open Air Küche im Cachew Ressort auf Koh Chang

Ja, was zieht mich immer wieder auf das kleine Koh Chang in der Provinz Ranong auf der Westseite von Thailands Süden? Es ist gewiss nicht der Strand. Der ist mit seinem grau durchzogenen Braun eher unschön. Es ist auch nicht gerade so, dass die Bungalows besonders wären. Da habe ich schon schönere gesehen. Auch Schnorcheln ist hier nicht angesagt. Da gibt es zu wenig zu sehen. Nein, für mich ist es eher die Kombination aus der herrlichen Ruhe, in der sich so gut entspannen lässt, dem leckeren Essen und der Möglichkeit mit vielen Menschen in meiner Muttersprache reden zu können. Zur Ruhe trägt es bei, dass auf der Insel keine Mopeds an Farang verliehen werden. Zudem gibt es vielleicht 3 Autos auf der Insel, also sehr wenig Verkehr. (Ganz anders ist das auf der Nachbarinsel Koh Payam, wo ich auch schon einen üblen Unfall mit offenem Bruch gesehen habe.) Über eines muss man sich allerdings im klaren sein, wenn man nach Koh Chang reist: es gibt so gut wie kein WiFi und auch nur abends Strom, oft aus Sonnenenergie. Zudem ist der Handyempfang auf AIS (12call) beschränkt, bzw. in der Mamasbucht nur auf den rechten Felsen beschränkt (Signal von Koh Payam).
Wer das gut findet, ist hier genau richtig.

Unterkünfte in den Buchten von Koh Chang

Mamas Beach auf Koh Chang
Mamas Beach auf Koh Chang

Die vielen Bungalowanlagen bieten eine gute Auswahl. Wer auch bei Ebbe schwimmen möchte, ist am Mamas Beach gut aufgehoben, aber auch nördlich des Tempels. Mein Favorit ist Mamas mit Bungalows ab 350,- Baht, leckerem Essen und sehr freundlichem Personal. Aber auch bei Chang Thong hat es mir gefallen. Ein schöner großer Bungalow kostete in der Hauptsaison 700,- Baht und bot dafür ein super Bett und eine große Terrasse. Im Cashew findet man etliche Bungalow in unterschiedlichen Preisklassen ab 300,- Baht. Ich hatte aber ein bisschen das Gefühl mich in einer deutschen Rentnerkolonie aufzuhalten, incl. SchniPoSa (Schnitzel, Pommes und Salat). Dafür gefällt mir, dass die Bungalows weit auseinander stehen. Das Koh Chang Ressort bietet 1500,- Baht teure Bungalows auf Stelzen direkt auf den Felsen am Meer. Geschmacksache. Vorsicht! Hier sind schon einige Besucher über die Balustrade gekippt nachdem sie zu tief ins Glas geschaut hatten.

Wie gesagt, die Auswahl ist groß und jede/r wird eigene Vorlieben haben und das passende Ressort finden können. Kontaktadressen ganz unten.

Aktiv auf Koh Chang

Ein Hornbill - Nashornvogel
Ein Hornbill – Nashornvogel

Meist bewohne ich ein einfaches Bungalow in Strandnähe. In den vielen zu den Ressorts gehörenden Restaurants findet man immer jüngere oder ältere Reisende aus aller Welt, aber hauptsächlich aus den deutschsprachigen Ländern. Immer hat jemand Lust auf ein Schwätzchen oder eine intensivere Unterhaltung. Am späten Nachmittag spiele ich gerne Volleyball. Am „Golden Bee“ Ressort wird sogar auf einem guten Niveau gespielt.

Eine schöne 2-stündige Tour lädt die „Wanderer“ in den weniger heißen Monaten ein, Strände, Dschungel, Plantagen und das kleine Dorf zu erkunden. Dazu folgt man dem Pfad am Ende des Mama-Beaches bis zum leeren Ranger-Beach. Hier im kleinen Nationalpark von Koh Chang biegt ein Pfad ab und führt durch den Dschungel auf die Ostseite der Insel. Wer sich dort nach rechts wendet findet bald eines der beiden sehr abgelegenen Ressorts. Wer wirkliche Zurückgezogenheit sucht, ist hier genau richtig. Der Weg nach links Richtung Norden führt zum kleinen Dorf mit einem kleinen Laden, einem Restaurant (mein Tipp Cashew-Salat) und Dorfschule. Mittlerweile gibt es bei Vicky sogar Eis und Kuchen. Die Straße nach links führt wieder zurück zur Westseite und Long Beach.

Eines der vielen Kinde im Mokendorf auf Koh Chang
Eines der vielen Kinder im Mokendorf auf Koh Chang

Weitere Erkundungen könnten zum sehr klaren Süßwassersee oder zum Mokendorf führen. Moken sind die Nachfahren der Seenomaden, einer ethnischen Gruppe mit eigener Sprache und Traditionen. Bei einem Besuch dort hatte ich viel Spaß mit den vielen im Wasser spielenden Kindern, die sich gerne fotografieren ließen.

Im Omtao am nördlichen Ende des Long Beaches gibt es ein kleines Yoga-Zentrum, wo es auch Feldenkrais und Acro-Yoga gibt. Beides hat mir viel Spaß gemacht und meinem Körper gut getan.

Eine weitere Möglichkeit aktiv zu sein auf Koh Chang bieten die Mietfahrräder von Diana am Cafe on the Rock. Nicht die besten Modelle, aber dennoch gut für ein bisschen Inselerkundung geeignet.

Für die meisten Reisenden hier scheint allerdings die Entspannung im Vordergrund zu stehen und nicht das Aktivsein. Dafür hat die Insel Koh Chang in der Andamansee die allerbeste Atmosphäre. Viel Ruhe in der Hängematte ist auch möglich.

Die Thaibar von Loon und Fabienne auf Koh Chang
Die Thaibar von Loon und Fabienne auf Koh Chang

Ausgehen auf Koh Chang

Naja, das kann man eigentlich kaum so nennen. Abends gehe ich gerne in die Thai-Bar. Loon und seine deutsche Freundin Fabienne mischen leckere Cocktails oder servieren ein kaltes Bier. Ab und zu gibt es hier auch Live-Musik. Auf einen Nachmittagskaffee und ein Schwätzchen mit Diana gehe ich gerne zu „Cafe on the Rocks“. Oberhalb des Koh Chang Ressorts.

An Neujahr findet in Höhe der Thai-Bar auf dem Strand ein großes Fest mit Live-Musik statt. Dass hier nicht nur die Touristen viel Spaß haben, sondern auch die Einheimischen tanzen, macht für mich einen Teil des Charmes der Insel aus. Es ist eben kein Touri-Getto.

In den Tagen davor finden ein Beach-Volleyball- und ein Beach-Fußball-Tournier statt. Ambitioniert, aber nicht verbissen wird hier mit viel Spaß gespielt. Einfach sympathisch.

Nur 200 meter oberhalb vom Koh Chang Ressort liegt das Café von Diana
Nur 200 Meter oberhalb vom Koh Chang Ressort liegt das Café von Diana

Reisezeit

Von Oktober bis April haben die meisten Bungalow-Anlagen geöffnet. Die restliche Zeit des Jahres ist auf der Insel wegen der Regenzeit nichts los. Entsprechend fahren auch weniger Boote und man kann schon mal Pech haben, weil das Boot wegen zu hohem Wellengang nicht ablegt. Am besten eignen sich die Monate von November bis März.

Wie hinkommen?

Vom Southern Bus Terminal in Bangkok aus fahren einige Busgesellschaften nach Ranong. Mein Favorit ist der Nachtbus um 20.50 Uhr mit Sombat-Tours. Die Busse sind keine Doppeldecker, dafür aber länger. Mit 32 Sitzen ausgestattet bieten sie gut Platz und die Sitzlehnen können weit herunter gelassen werden, so dass sogar ich schlafen kann. Außerdem haben alle Plätze ein Entertainment-System wie im Flugzeug mit kleinem Bildschirm und Kinofilmen in Thai und Englisch. Und sehr wichtig, die zwei Fahrer sind keine Raser, die Risiken eingehen. Zudem liegt die Zentrale von Sombat-Tour nur wenige Kilometer vom Don Muang Airport entfernt, so dass man sich bei der Ankunft dort lange Taxi-Fahrten durch Bangkok sparen kann.

Eine Alternative bietet Newmitstour, die in der Nähe der Khao San Road starten. Ankunft in Ranong ist früh morgens um etwa 6 Uhr. Kontaktadressen siehe unten.

Im Songthaew zum Pier in Ranong
Im Songthaew zum Pier in Ranong

Zum Warten gehe ich gerne auf einen Kaffee im Morgenmarkt, der nicht weit entfernt in der Ruengraj Road liegt. Rechtzeitig steige ich in ein Songthaew (eine Art Pickup-Bus) mit den Nummern 3 oder 6, die in der Nähe des Piers halten. Einfach den Fahrer nach „Pier“ und „Koh Chang“ fragen. Kosten 20 Baht. Alternativ kann man natürlich auch mit dem Taxi oder Motorradtaxi fahren. Oder bei Pons Place nach dem Minivan fragen. Pon’s Place ist Restaurant, Travelertreff und Reisebüro in einem. Seit vielen Jahren bekommt man hier fachkundige Hilfe bei allen Fragen zum Reisen in der Gegend. Kontaktadresse siehe unten.

Im Boot nach Koh Chang
Im Boot nach Koh Chang

Vom Pier in Ranong fahren um 9.30 Uhr, 13 Uhr und 14 Uhr Longtail-Boote in 1 bis 1,5 Stunden zu den Stränden auf der Westseite von Koh Chang, wo auch fast alle Bungalow-Ressorts liegen. Kosten 200 Baht.

Wer es schnell mag oder ohne Übernachtung noch auf die Insel gelangen will, kann auch mit dem Speed-Boat um 7.30, 9, 10.20, 13.30 oder 16 Uhr in 20 Minuten zum Pier im Norden der Insel fahren. Von dort aus werden die Gäste mit dem Auto oder dem Moped an den Strand ihrer Wahl gefahren. Kosten für das Speedboat 350 Baht plus 80 bis 120 Baht für den nervigen Transfer zum Resort.

Mittlerweile fliegt Nok-Air vom Don Muang in Bangkok nach Ranong. Der Preis ist happig, zumal der Flughafen außerhalb liegt und man für den Transfer (am besten durch Pon’s Place) nochmal mit etwa 200 Baht rechnen muss. Wenn man bei Nok-Air den Shuttle-Service mitbestellt, kommt auch ein MiniVan von Pon’s Place.

Übernachtung in Ranong

Eines der schönen Zimmer in Ranong
Eines der schönen Zimmer in Ranong

Wer bei der An- oder Abreise in Ranong übernachten muss, empfehle ich das Nalin Place. Recht neu, schöne große Zimmer, ruhig gelegen und dennoch recht zentral, Essen um die Ecke an der Straße. Für 400,- Baht (Fan) oder 500,- mit Aircon auch noch günstig. Kostenloses WiFi, Kabel-TV, heiße Duschen ergänzen die Ausstattung der schönen Zimmer.

Unscheinbar, aber authentisch und gut.
Unscheinbar, aber authentisch und gut.

Geheimtipp Essen in Ranong

Für Menschen, die gerne authentisch thailändisch essen wollen in Ranong, habe ich einen speziellen Tipp. Es gibt da ein alteingesessenes Restaurant, das so typisch ist für Thailand. Wenn man es von außen sieht, kommt man als Ausländer nicht auf die Idee, dass es dort leckeres Essen gibt. Der Eingang sieht aus wie eine Garage und man läuft durch die Küche, bevor man in einen Innenhof mit schönen Bäumen und Blumen gelangt. Unser Menü bestand aus Deep Fried Shrimps with Bitter Beans (einem Gemüse, das es nur in Südthailand gibt), Crisp Fried Fish (kleine knusprige Fische, die man ganz essen kann), Squid Salad und Deep Fried Shrimps with Tamarind. Alles ausgesprochen lecker, u.a. auch weil es sich um See-Shrimps handelte und keine aus der Zucht. Mein Favorit war die süß-saure Tamarindensauce.

Authentisches Thai-Restaurant in Ranong (1)zu finden bei Google Maps unter Rong Gluay Thoad Rong Thau

Kontaktadressen

Nalin Place
nalinplace@yahoo.com
077-826381
www.facebook.com/nalin.place

Pon’s Place
129 Ruengraj Road
Tel. 081 597 45 49
ponplace@hotmail.com
www.ponplace-ranong.com

Mamas Bungalows
Tel. 087 276 77 84
mamas-bungalows@hotmail.com

Chang Thong Bungalows
080 526 84 22
aoy_changthong@hotmail.com

Cashew Ressort
bei Agoda buchen

Newmitstour
365/6 Phra Sumen Road
Bawornniwet, Pranakorn, Bangkok 10200
Tel. 02281 6939

Sombat Tour
02 79 21 444
www.sombattour.com
Online Buchen geht für die Tour nach Ranong im Moment nicht. Das Call-Center ist aber besetzt, auch wenn man länger klingeln lassen muss.

Wichtig: Auch wenn ich versuche so gewissenhaft wie möglich und so aktuell wie möglich die Informationen korrekt darzustellen, kann mir das nicht immer gelingen. Falls jemand andere Erfahrungen gemacht hat, bitte ich um Feedback. Danke.

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4 thoughts on “Das „kleine“ Koh Chang – die relaxte Insel im Südwesten von Thailand

  1. musste das sein?
    schon jetzt ist zu sehen,dass sich auch hier einiges ändert,andere anspruchsvollere leute auftauchen,es voller wird, wahrscheinlich bald strom kommt,die lampen stehen schon am see,es gibt mehr westernfood,auch mehr mopeds,die auch schonmal am strand fahren,selbst pataya-touristen erwägen nun doch mal hierhin zu kommen…,es gibt mehr partys,einen big buddha ect ect,…so wies halt überall schnell so wird,wie s der ausländer gern hat,und es geht in thailand sehr schnell ,auch dank deiner so tollen reklame.
    gerade,wenn du selbst gerne hier bist,solltest du nicht auch noch jeden animieren herzukommen
    .schade,es wird nicht mehr lange so bleiben.
    wieso erwähnst du eigentlich nicht die nachteile und risiken, die sollten auch bekannt sein,wenn man dorhin will,- nämlich dengie fieber und malaria –dieses jahr einige fälle auf kho chang .
    trotz insektizidaktionen der regierung.
    ausserdem gibt es sandflöhe und giftschlangen,damit sollte man schon umgehen können,-im sogenannten paradies…

    1. Liebe Susanne,

      vielen Dank für deinen kritischen Kommentar. Schön, dass du meinen Artikel über das kleine Koh Chang gefunden hast.

      Über deinen Hauptpunkt, dass Werbung der Insel nicht gut tut, habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht. Ich komme seit 2010 jedes Jahr, manchmal mehrmals, nach Koh Chang. Meine Beobachtung ist, dass die Entwicklung der Insel relativ langsam und gesund verläuft. Auch ich würde gerne diese relaxte Insel so erhalten, wie sie ist. So wie ich sie vorgefunden und lieben gelernt habe. Aber das geht nun mal nicht. Weil sich die sogenanten Schwellenländer weiter entwickeln. Genauso wie der Lebensstandard in anderen Ländern steigt, verändert sich auch Thailand – und damit auch die kleinen Inseln. Frag doch mal die Inselbewohner. Die möchten nämlich gerne den ganzen Tag Strom haben und bessere Straßen (da hat sich nämlich in den letzten beiden Jahren auch ein bisschen was getan). Die Einheimischen möchten auch gerne mit ihren Freunden und Verwandten telefonieren können. So, wie im Rest von Thailand auch.

      Ich versuche vorsichtig zu sein in meiner Beschreibung. So stelle ich ganz klar heraus, dass es kein Paradies ist. Die Strände sind nicht besonders schön, es ist nicht sooo leicht hinzukommen. Aber es ist eine relaxte Insel, die einen bestimmten Besuchertyp anspricht. Und das hat sich sowieso schon herum gesprochen. Schon 2011 gab es einen Artikel „das letzte Paradies“ oder so im Farang (deutschsprachige Zeitung in Thailand).

      Mir ist es wichtig, die Unterschiede zu beschreiben. Leute, die mit Mopes rumdüsen wollen, sind auf Koh Phayam, der Nachbarinsel, besser aufgehoben. Leute, denen es um Party machen geht, werden sich an den vielen anderen tollen Stränden Thailands viel wohler fühlen.

      Von ein paar wenigen Dengue-Fieber-Fällen hatte ich gehört, bzw. mit Betroffenen gesprochen. Das ist schlimm. Ein großes Thema in Thailand, weil die Anzahl der Fälle wieder ansteigt. Von Malaria auf dem Koh Chang bei Ranong habe ich noch nie was gehört. Dagegen soll es auf dem Koh Chang bei Rayong noch vereinzelte Malaria-Fälle geben.

      Noch ein Letztes zu meiner Sicht. Meines Erachtens haben es die Bewohner der Insel selbst in der Hand, wie die Veränderungen so laufen sollen. Wenn sich z.B. die Ressortbesitzer an die Vereinbarung halten, keine Mopeds an Farang zu vermieten, werden wir weiterhin auf den Inselstraßen gehen können, ohne ständig zur Seite springen zu müssen. Dann wird auch weiterhin die Insel nur für einen kleinen Kreis von Reisenden interessant sein. Die geplante Solarstromanlage für das Dorf ist doch auch eine gute Entwicklung, oder?

      Und dann noch der weise Spruch: Nichts ist beständiger als die Veränderung.

      In diesem Sinne viele Grüße aus Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands
      Stefan

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