Menschen in Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands


Wenn ich hier im Norden der Provinz Chiang Rai lebe, lerne ich natürlich auch viele interessante Menschen kennen. Ein paar davon möchte ich hier vorstellen.

Hichiho
Graziella
Eddi
Georgios
Jörn
Bee
Drei deutsche Jungs

Hichiho Inagaki

hichiho-sStreng genommen dürfte dieser Artikel gar nicht in dieser Rubrik stehen. Hichiho wohnt schon lange nicht mehr in Mae Sai. Sie hat hier aber einen extrem wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Kinder geleistet.

Die Japanerin kam in den 80ern nach Thailand, um ihr zweites Buch zu schreiben – und fand im Goldenen Dreieck eine Geschichte von organisiertem Menschenhandel. „Unterhändler kamen in die Dörfer und erkundigten sich über Familien mit einem Drogenproblem oder finanziellen Schwierigkeiten.“ erzählte mir Hichiho als ich sie in Osaka besuchte. „Sie beobachteten die Kinder und sprachen mit Leuten.“ Wenn die Menschenhändler wiederkamen, hatten sie viel Geld dabei und besuchten z.B. alkoholabhängige Eltern.

Hichiho war davon überzeugt den Eltern ein besseres Geschäft vorschlagen zu können. Wenn die Töchter von ihr unterstützt auf eine höhere Schule gehen würden, könnten sie eine gut bezahlte Arbeit finden und auf lange Sicht einen viel höheren Nutzen bringen.

Zu diesem Zeitpunkt lernte Hichiho den Thailänder Somporn Khempetch kennen und überzeugte ihn von ihrer Idee. Gemeinsam gründeten sie „Development and Education Programme for Daughters and Communities Centre“ (DEPDC), eine Einrichtung, die in Mae Sai schnell sehr erfolgreich darin war, Mädchen vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren.

Hichiho nutzte ihre Kontakte zu Journalisten in Japan und fand dort schnell eine hohe Aufmerksamkeit – und damit viele Spender. So war die Aufgabenteilung schnell klar. Hichiho war eher für das Fundraising in Japan zuständig, Sumpop für die Arbeit vor Ort. 10 Jahre lang erarbeitete sie die finanzielle Grundlage der aufstrebenden Einrichtung bis sie fand, dass ihre Arbeit nicht mehr nötig sei und DEPDC auf eigenen Füßen stehen könne.

Heute lebt die kleine, energiegeladene Japanerin in ihrer Geburtsstadt Osaka. Sie unterrichtet Klavier und betreibt ein Guesthouse für Familienangehörige von Patienten des nahen Krankenhauses. „Es gibt keine günstigen Unterkünfte für Patienten, die für eine längere ambulante Therapie in die Spezialklinik kommen,“ berichtet sie mir. Daher würden manche nicht zur Spezialbehandlung kommen können. Sie will dieses Konzept auch anderen Vermietern schmackhaft machen. Angehörigen. Hichiho hat wieder eine Mission.

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Graziella

Graziella und Naari
Graziella und Naari

Mein liebe Kollegin Graziella Ramponi Najai ist für mich ein Phänomen. In dem ganzen Jahr seitdem ich sie kenne, war sie noch nie wütend, hat sich über irgendetwas aufgeregt oder ist laut geworden; nie ein böses Wort über Andere. Dabei ist sie sehr kooperativ und absolut verlässlich. Bei Besprechungen sind ihre Aussagen ruhig und überlegt. Dazu kommt, dass sie eine exzellente Zuhörerin ist. Also eine Kollegin, wie ich sie mir nur wünschen kann.

2007 ist Graziella aus der Schweiz nach Mae Sai im Norden von Thailand gekommen, um ein halbes Jahr bei einer sozialen Einrichtung mitzuarbeiten. Sie ist immer noch in Mae Sai, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier süßer Kinder. Mit Barbara Meisl zusammen hat sie die Vision eines Waisenheims für von HIV/AIDS betroffene Kinder entwickelt und viel zu dessen Realisierung beigetragen. Heute ist sie bei BAAN DOI hauptsächlich für die Englischschule und für Fundraising Schweiz zuständig.

„Ich kann gar nicht so genau formulieren, warum ich hier leben will und nicht in der schönen Schweiz. Aber ich fühlte mich vom ersten Moment an richtig hier.“ antwortet sie mir auf meine Frage, warum sie in Thailand hängen geblieben sei.

Graziellas ältere Tochter Naari ist vier Jahre alt, das Alter, in dem in Thailand Kinder nach ihrem Kindergartenjahr eingeschult werden. Lange hat Graziella überlegt und sich viele verschiedene Schulen hier in der Region angeschaut, denn es ist ihr wirklich ein Anliegen, ihren Kindern eine gute Bildung und Kindgerechtes Lernen zu ermöglichen. Daher hat sie sich für Home Schooling entschieden. Sie wird ihre Kinder erst mal selbst zuhause unterrichten. Das ist zwar kein leichtes Vorhaben, aber durchaus sinnvoll, denn das thailändische Schulsystem ist enorm ineffizient. Thailändische Schüler haben deutlich mehr Schulstunden als deutsche Kinder, müssen aber abends noch Hausaufgaben machen. Der Etat für das Bildungsministerium ist der höchste in Südostasien, aber in den Vergleichstests schneiden thailändische Schüler nicht so gut ab. Kreativität und Initiative werden eher unterdrückt als gefördert. Sich Ausprobieren und dabei Fehler machen ist verpönt. Kein Wunder bei Klassen mit 40 bis 50 Kindern.

Bei ihren Unterrichtsmethoden wird sich Graziella auch an der Montessori-Pädagogik orientieren. „Ich möchte reizvolle Lernangebote machen und vor allem dafür sorgen, dass Naari ihrer Lust am Sprachenlernen nachgehen kann.“ Dafür stellt sie das Montessori-Material in Augenhöhe des Kindes in einem Regal zur Verfügung. Naari kann sich dann selbst „bedienen“. Ideale Voraussetzungen für eine intrinsische Motivation, nicht wahr?

So gut und so gewissenhaft, wie Graziella Dinge immer angeht, wird sie auch das Home Schooling hervorragend hinbekommen.
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Eddi

Eddi - eine deutschsprachige Vermieterin in Mae Sai
Eddi – eine deutschsprachige Vermieterin in Mae Sai

Wenn Eddi mir erzählt, dass sie im Sommer einen Monat in Deutschland verbringen wird, sagt sie „Ich fliege nach Hause“. Denn die sympathische Thailänderin hat über 30 Jahre in Wiesbaden gelebt. Eddi hat ein bewegtes Leben hinter sich. 1974 verließ sie Thailand mit ihrem deutschen Mann, einem Ingenieur, der in der Erdölindustrie tätig war. Sein Beruf führte dazu, dass die beiden in vielen Länder lebten, bevor sie in Nigeria keine Lust mehr auf den nächsten Umzug hatte und mit ihrem Sohn nach Deutschland zog. Ohne ein Wort deutsch war der Anfang sehr schwer, sagt sie. Aber sie schaffte das, belegte Sprachkurse und machte eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Mit ihrer thailändischen Geduld und dem typischen Respekt vor alten Menschen war sie schnell beliebt in der mobilen Pflege. „Einen Mann habe ich über 24 Jahre gepflegt“, meint sie stolz. Es sei aber keine leichte Aufgabe wegen dem zunehmenden Zeitdruck, den „Eigenheiten“ mancher Alten und der körperlichen Belastung.

Vor fünf Jahren kehrte Eddi nach  Mae Sai in Nordthailand zurück, wo ihre Eltern ihr ein Grundstück mit einem kleinen Haus hinterlassen hatten. „Nach drei Monaten war ich wieder zuhause in Deutschland. Ich hatte Heimweh“ erzählt sie mir. Dennoch zog es sie in ihre alte Heimat und so baute sie ein paar Bungalows, die sie nun vermietet.

Als sich während meines Besuches ihr Gärtner verabschiedet verrät sie mir, dass er wie viele Thais sehr unpünktlich sei. „Das nervt mich. Ich bin einfach zu lange in Deutschland gewesen.“
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Georgios

Georgios an seiner Tankstelle in einem Dorf bei Mae Sai - pack den Tiger in den Tank
Georgios an seiner Tankstelle in einem Dorf bei Mae Sai – pack den Tiger in den Tank

Als ich neulich auf dem Rad unterwegs war, fühlte ich mich in meine Kindheit zurück versetzt, als ich Georgios an seiner Esso-Tankstelle sah. Dazu muss man wissen, dass ich als Kind Esso-Tankstellen liebte. Das lag einerseits an der neben dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, wo es leckeres Waldmeistereis für 10 Pfennig gab, andererseits am Tiger. Im Urlaub mit meinen Eltern in Italien gab es an den Esso-Tankstellen Comic-Hefte und andere Sachen mit dem Tiger. Wer erinnert sich noch an „pack den Tiger in den Tank“?

Georgios stand also an einer Tankstelle, die genauso aussah wie früher. In einem kleinen Dorf mitten auf dem Land, 10 km von Mae Sai entfernt. Da musste ich einfach anhalten und ein Schwätzchen halten. Georgios könnte genauso gut im Hinterland von Kreta an einer Tankstelle sitzen, aber er tut es in Thailand. Er ist nämlich in den 80ern als Schiffsingenieur nach Thailand gekommen und ist von Bangkok aus an viele Orte auf der Welt geflogen um Schiffsmotoren zu reparieren – die richtig großen Dinger mit 30.000 PS. Schiffe, die im Hafen liegen, kosten der Reederei sehr viel Geld; 1000,- Euro am Tag sind keine Seltenheit. Das bedeutete, dass Georgios durchgearbeitet hat, bis der Motor wieder einwandfrei lief, manchmal auch mehrere Tage ohne Schlaf.

Heute sitzt er an seiner Tankstelle, steht ohne Eile auf, wenn Kundschaft kommt und das Moped für 80 Baht voll getankt haben möchte, und manchmal hält er ein Schwätzchen mit einem Farang, der vorbei kommt. Seit 10 Jahren lebt er hier im Dorf seiner thailändischen Frau und fühlt sich sichtlich wohl. Die Ruhe gefällt ihm und er strahlt eine große Gelassenheit aus. Beneidenswert.
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Jörn

Jörn in Mae Sai
Jörn in Mae Sai

Ich bewundere und beneide die Menschen, die gut Thai sprechen können. Einer, der es richtig gut kann ist Jörn. Dieser junge Deutsche vom Niederrhein lebt seit einem Jahr hier in Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands, und ist bei der sozialen Einrichtung DEPDC als Volunteer tätig. Dort ist er u.a. für internationale Kontakte und den Newsletter zuständig. Jörn hat Thaiistik studiert. Das ist ein Studiengang, in dem „die Schwerpunkte in Forschung und Lehre im Bereich der Sprachen, der Literaturen und kulturellen Entwicklungen sowie der Geschichte und Gesellschaften Südostasiens liegen.“

Leider findet er keine angemessene Stelle obwohl er bestens ausgebildet ist und mit seiner Erfahrung und seinen Sprachkenntnissen richtig gute Voraussetzungen für Arbeitsstellen bei Institutionen wie UNO, WHO oder Universitäten mitbringt.

So wird Jörn wohl noch eine Weile hier in der Provinz Chiang Rai bleiben und somit weiter „seinen“ Club anfeuern können. Er begeistert sich nämlich für Fußball. Nun gibt es mit dem Chiang Rai United einen Fußballclub, der in der ersten Liga Thailands spielt, aber Jörns Herz schlägt für den FC Chiang Rai, der in der dritten Liga spielt. Obwohl ich ja mit Fußball herzlich wenig am Hut habe, habe ich ihn mal zu einem Match begleitet. Dabei war ich ganz schön erstaunt über das große Stadion und über die beiden Brasilianer in der Mannschaft. Fußballprofis von einem anderen Kontinent in der dritten Liga. Gibt’s so was in Deutschland auch?

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Bee

Bee aus meinem Dorf
Bee aus meinem Dorf

Bee wohnt im gleichen Dorf wie ich. Das ist auf dem Land ganz im Norden von Thailand. Wir treffen uns manchmal beim Einkaufen und immer mal wieder erstaunt er mich mit einem deutschen Wort. Fast jedes mal hat er eine neue Frisur, denn Bee hat einen kleinen Frisörladen. Und um das Klischee komplett zu machen: er ist schwul. Oder genauer gesagt ein Ladyboy, d.h. er gibt sich eher weiblich. Dieses Phänomen der Ladyboys in Thailand gefällt mir. Männer, die nicht männlich sein wollen, die sich lieber weiblich geben und meist sehr feminin. Menschen, die manchmal meinen im falschen Körper geboren zu sein. Selbst in einem kleinen Dorf wie hier, weit ab von einer großen Stadt, ist das vollkommen normal und weitestgehend akzeptiert.

Bee ist hier im Dorf geboren, aber mit 20 nach Bangkok gezogen. Dort hatte er auch 10 Jahre lang einen deutschen Freund (daher die deutschen Wörter). Vor acht Jahren besuchte er Deutschland. Stolz zeigte er mir Fotos von sich und seinem Freund in Frankfurt, in München, bei der Familie, in den Bergen und beim Eisbein essen. Als die Beziehung vor 2 Jahren zu Ende ging war Bee sehr traurig und zog wieder in seine alte Heimat. Nein, antwortete er auf meine Frage, er fühle sich nicht einsam und sei glücklich mit seiner Arbeit, aber so ganz nehme ich ihm das nicht ab.
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Drei deutsche Jungs

Neulich habe ich erfahren, dass es hier in Mae Sai, der nördlichsten Stadt in Thailand, eine WG mit 15 jungen Deutschen gibt. Das hat mich natürlich extrem neugierig gemacht. Was machen die hier? Und warum so viele? Und wie ist das mit Anfang 20 in einer Stadt zu leben, wo es so wenige Ausländer gibt?

Die drei deutschen Jungs in Mae Sai NordthailandIch sitze mit Gregor, Lukas und Marc im Cafe for Rest am Highway kurz vor Mae Sai in Nordthailand. Wir haben eine gute Aussicht auf den Doi Nang Noon und einen leckeren Kaffee vor uns. Die drei habe ich bei Baan Doi kennen gelernt, der sozialen Einrichtung, bei der ich arbeite. Sie hatten sich in ihrer Freizeit am Wochenende an einem kleinen Projekt beteiligt. Die Jungs unterrichten nämlich während der Woche Englisch an staatlichen Schulen in Mae Sai.

FSJ (*) ist das Schlüsselwort, das alle verbindet. Sie hatten sich bei Welt-sicht.org in Deutschland auf eine FSJ-Stelle beworben und waren dann in Nordthailand gelandet um in den staatlichen Schulen den Englischunterricht zu ergänzen. Auf meine Frage, was denn die Motivation gewesen sei gerade nach Thailand zu kommen, gab es eine überraschende Antwort. “Wir wollten eigentlich nach Nepal“, meinten Lukas und Gregor. Etwas von der Welt sehen und gleichzeitig etwas Gutes tun, war der Beweggrund der Beiden, wobei Gregor einschränkt „naja, und so recht wusste ich auch nicht, wie es nach dem Abi weiter gehen sollte“. Aus Nepal wurde nichts, weil die Bedingungen für NGOs dort gerade sehr schwierig sind.

Und wie geht es ihnen nun damit stattdessen hier gelandet zu sein? Gut, sehr gut sogar. Lukas betrachtet den Englischunterricht als Entwicklungshilfe nicht für Thailand, sondern für die Kinder der Region. „Der kulturelle Austausch und die Hilfe bei der Aussprache ist auf jeden Fall für die Kinder super. Obwohl wir theoretisch einem thailändischen Lehrer den Job weg nehmen.“ ergänzt Gregor. Ich meine, das ist nur theoretisch richtig. Eine aktuelle Meldung in den Medien berichtet, dass Lehrer aus dem Ruhestand aktiviert werden sollen, um den Bedarf zu decken. Es gibt gar nicht genug gut ausgebildete thailändische Englischlehrer.

Bei Marc lief das Ganze ein wenig anders. Er hatte sich Thailand bewusst ausgesucht, weil er das Land schon von seinem Urlaub her kannte. „Nach meiner Ausbildung als Schornsteinfeger habe ich erst mal ein paar Jahre gearbeitet, aber dann dachte ich mir, das kann doch nicht alles sein. Und da ich schon immer mal im Ausland leben wollte, habe ich mich umgeschaut, wie das möglich sein könnte.“ Mir imponiert, dass er sich auf dieses Abenteuer wirklich eingelassen hat und auch Wohnung und Job dafür gekündigt hat.

„Und euch gefällt es wirklich in Mae Sai?“ frage ich die Drei ein bisschen verblüfft. Das eindeutige Ja erstaunt mich. Klar, das ist hier nix für Partygänger, sind wir uns einig. Aber genau wie mir gefällt ihnen die Natur drum herum, die Überschaubarkeit der Kleinstadt und vor allem, dass man hier viel eher mit Thais in Kontakt kommt und sich mit der thailändischen Kultur auseinander setzen muss. Ihre Kollegen in der Nähe von Chiang Rai seien ständig in der Stadt unterwegs und würden sich nur mit Europäern treffen.

Ich will natürlich von ihnen wissen, was man in Mae Sai als Besucher unbedingt machen sollte. Den Affentempel in Baan Tham und den Skorpionstempel (Wat Doi Wao) in der Innenstadt von Mae Sai, sowie das Goldene Dreieck müsse man schon gesehen haben (siehe auch Ausflugsziele bei Mae Sai). „Unser Lieblings-Cafe ist das Poonnawat und das Som Tam in meiner Schule ist genial, aber leider kann man das nicht kaufen“ sind weitere Tipps. Und dann ergänzen alle Drei „Aber wirklich spannend ist es sich mal eine Stunde beim Northernmost of Thailand das Leben an der Brücke nach Burma anzuschauen. Da sieht man Gangs, Schmuggler und bettelnde Kinder – Sachen, die du sonst nicht siehst in deinem Leben.“ Und wenn man noch tiefer eintauchen will, dann solle man die vielen NGOs besuchen, die hier tätig sind. Da weiß man dann zu schätzen, dass man in Deutschland geboren ist. (Zum Beispiel Baan Doi).

Mir gefallen die Jungs. Ich finde es großartig, dass sie sich so einlassen auf dieses Unbekannte und auch Unbequeme einer anderen Kultur während viele andere 20-jährige es sich bequem machen und nur Party im Kopf haben oder im Urlaub in Thailand dann die Sau raus lassen (sorry, ist so, die gibt’s eben auch zuhauf). So kommen wir auch auf das Thema Verhalten in Thailand zu sprechen. Sie hätten im 2-wöchigen Vorbereitungsseminar schon einiges über Do und Don’ts erfahren und mit ein bisschen Fingerspitzengefühl bekäme man das auf jeden Fall gut hin, meinen sie. Vor allem aber sollten sich Europäer nicht als was Besseres fühlen, bloß weil sie sich mit ihrem Geld hier so viel mehr leisten können.

„Und, gibt es schon irgendwelche Erkenntnisse?“ will ich von ihnen wissen. Lukas ist erstaunt darüber, wie schnell sich bei ihm das Gefühl von Alltag eingestellt hat. Dadurch fühlt er sich als Teil des Ganzen hier und nicht nur als Beobachter bzw. Urlauber. Und Marc hat einen für sein Alter wirklich weisen Spruch: Es ist nie zu spät seine Träume zu verwirklichen. Mein Eindruck ist, dass die Jungs stärker geworden sind durch die Zeit im Ausland. So wagen sie nun auch mehr, was ich an ihren Zukunftsplänen nach der Halbzeit hier in Thailand erkennen kann. Die Drei haben ganz klare Vorstellungen davon, wie es weiter geht, und das ist durchaus interessant und herausfordernd.

Na, dann mal gutes Gelingen! (und hoffentlich lädt mich Gregor mal zu seinem Unterricht ein, damit ich das leckere Essen an seiner Schule probieren kann ;-)

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(*) Das „freiwillige soziale Jahr“ ist eine beliebte Möglichkeit bei jungen Menschen in Deutschland, die Zeit zwischen Schule und „ja, genau, was kommt denn danach?“ zu überbrücken. Für die meisten FSJler, die ich als Erlebnispädagoge kennen gelernt habe, war es eine Orientierungsphase, die für einige auch zu einer wichtigen Phase der Persönlichkeitsentwicklung wurde.
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2 thoughts on “Menschen in Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands

  1. betr.: „es ist nie zu spät seine Träume zu verwirklichen“

    Gefällt mir gut. Wie ist es für mich möglich, mich in Nordthailand einzubringen?

    Bin unabhängig, sozialpäd ausgebildet und seit kurzem im „Ruhestand“…

    Freu mich auf einen Tipp.

    Liebe Grüße
    Simon

    1. Hallo Simon,

      Danke! Schreib mir doch mal ein Mail an stefan /@/ stefaninthailand.de, dann kann ich dir ein paar Tipps geben.

      Viele Grüße
      Stefan

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