Menschen in Mae Sai – Bee

Bee wohnt im gleichen Dorf wie ich. Das ist auf dem Land ganz im Norden von Thailand. Wir treffen uns manchmal beim Einkaufen und immer mal wieder erstaunt er mich mit einem deutschen Wort. Fast jedes mal hat er eine neue Frisur, denn Bee hat einen kleinen Frisörladen. Und um das Klischee komplett zu machen: er ist schwul. Oder genauer gesagt ein Ladyboy, d.h. er gibt sich eher weiblich. Dieses Phänomen der Ladyboys in Thailand gefällt mir. Männer, die nicht männlich sein wollen, die sich lieber weiblich geben und meist sehr feminin. Menschen, die manchmal meinen im falschen Körper geboren zu sein. Selbst in einem kleinen Dorf wie hier, weit ab von einer großen Stadt, ist das vollkommen normal und weitestgehend akzeptiert.

Bee ist hier im Dorf geboren, aber mit 20 nach Bangkok gezogen. Dort hatte er auch 10 Jahre lang einen deutschen Freund (daher die deutschen Wörter). Vor acht Jahren besuchte er Deutschland. Stolz zeigte er mir Fotos von sich und seinem Freund in Frankfurt, in München, bei der Familie, in den Bergen und beim Eisbein essen. Als die Beziehung vor 2 Jahren zu Ende ging war Bee sehr traurig und zog wieder in seine alte Heimat. Nein, antwortete er auf meine Frage, er fühle sich nicht einsam und sei glücklich mit seiner Arbeit, aber so ganz nehme ich ihm das nicht ab.

In dieser Serie stelle ich interessante Menschen vor, denen ich hier in Mae Sai ganz im Norden von Thailand begegne. Mehr „Menschen in Mae Sai“ sind auf der Seite Menschen in Mae Sai zu finden.

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