Menschen in Mae Sai – Graziella

Meine liebe Kollegin Graziella Ramponi Najai ist für mich ein Phänomen. In dem ganzen Jahr seitdem ich sie kenne, war sie noch nie wütend, hat sich über irgendetwas aufgeregt oder ist laut geworden; nie ein böses Wort über Andere. Dabei ist sie sehr kooperativ und absolut verlässlich. Bei Besprechungen sind ihre Aussagen ruhig und überlegt. Dazu kommt, dass sie eine exzellente Zuhörerin ist. Also eine Kollegin, wie ich sie mir nur wünschen kann.

2007 ist Graziella aus der Schweiz nach Mae Sai im Norden von Thailand gekommen, um ein halbes Jahr bei einer sozialen Einrichtung mitzuarbeiten. Sie ist immer noch in Mae Sai, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier süßer Kinder. Mit Barbara Meisl zusammen hat sie die Vision eines Waisenheims für von HIV/AIDS betroffene Kinder entwickelt und viel zu dessen Realisierung beigetragen. Heute ist sie bei BAAN DOI hauptsächlich für die Englischschule und für Fundraising Schweiz zuständig.

„Ich kann gar nicht so genau formulieren, warum ich hier leben will und nicht in der schönen Schweiz. Aber ich fühlte mich vom ersten Moment an richtig hier.“ antwortet sie mir auf meine Frage, warum sie in Thailand hängen geblieben sei.

Graziellas ältere Tochter Naari ist vier Jahre alt, das Alter, in dem in Thailand Kinder nach ihrem Kindergartenjahr eingeschult werden. Lange hat Graziella überlegt und sich viele verschiedene Schulen hier in der Region angeschaut, denn es ist ihr wirklich ein Anliegen, ihren Kindern eine gute Bildung und Kindgerechtes Lernen zu ermöglichen. Daher hat sie sich für Home Schooling entschieden. Sie wird ihre Kinder erst mal selbst zuhause unterrichten. Das ist zwar kein leichtes Vorhaben, aber durchaus sinnvoll, denn das thailändische Schulsystem ist enorm ineffizient. Thailändische Schüler haben deutlich mehr Schulstunden als deutsche Kinder, müssen aber abends noch Hausaufgaben machen. Der Etat für das Bildungsministerium ist der höchste in Südostasien, aber in den Vergleichstests schneiden thailändische Schüler nicht so gut ab. Kreativität und Initiative werden eher unterdrückt als gefördert. Sich Ausprobieren und dabei Fehler machen ist verpönt. Kein Wunder bei Klassen mit 40 bis 50 Kindern.

Bei ihren Unterrichtsmethoden wird sich Graziella auch an der Montessori-Pädagogik orientieren. „Ich möchte reizvolle Lernangebote machen und vor allem dafür sorgen, dass Naari ihrer Lust am Sprachenlernen nachgehen kann.“ Dafür stellt sie das Montessori-Material in Augenhöhe des Kindes in einem Regal zur Verfügung. Naari kann sich dann selbst „bedienen“. Ideale Voraussetzungen für eine intrinsische Motivation, nicht wahr?

So gut und so gewissenhaft, wie Graziella Dinge immer angeht, wird sie auch das Home Schooling hervorragend hinbekommen.

In dieser Serie stelle ich interessante Menschen vor, denen ich hier in Mae Sai ganz im Norden von Thailand begegne. Mehr „Menschen in Mae Sai“ sind auf der Seite Menschen in Mae Sai zu finden.


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2 thoughts on “Menschen in Mae Sai – Graziella

  1. Hallo Stefan,
    wie du siehst bin ich grad dabei mir deinen Blog anzuschauen :-) Sehr schön, beneide dich um deine Computerkenntnisse!
    ich hab übrigens schon deine Tipps beim Sudoku umgesetzt, funktioniert prima, danke!!!
    LG Doris

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