Meine Erfahrung mit Krankenhäusern in der Provinz Chiang Rai

Krankenhäuser sind ja auch in Deutschland nicht wirklich angenehm. Nun war ich hier Nordthailand schon ein paar Mal im Krankenhaus. Nein, nicht weil ich so oft krank war, sondern aus verschiedenen anderen Gründen. Das erste Mal in der Regenzeit als ich mich eine hartnäckige Bronchitis plagte. Aber die anderen Gelegenheiten waren – wenigstens für mich – weniger tragisch.

Sriburin-Klinik

Sriburin Klinik in Mae Sai
Sriburin Klinik in Mae Sai

 Die Sriburin-Klinik in Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands, macht einen guten Eindruck und hat einen guten Ruf. Allerdings war es doch irgendwie befremdlich, dass ich mich auf die Waage stellen sollte und mein Blutdruck gemessen wurde, bevor ich überhaupt erst mal ein Arztgespräch hatte. Die Ärztin sprach Englisch und hörte meine Lungen ab. Dann wurde mein Brustkorb geröngt. Zum Glück nichts ernsthaftes. Bezahlt habe ich übrigens incl. Medikamente etwas mehr als 25,- Euro. Ein Schnäppchenpreis.

Ein „normales“ thailändisches Krankenhaus

Das nächste Erlebnis im Chiang Rai Krankenhauses, um jemanden zu besuchen, war erschütternd. Auf der Suche nach dem richtigen Zimmer gingen wir durch große Räume und Gänge, in denen dicht gedrängt Patienten in ihren Betten lagen. Anders als bei uns ist hier in Thailand immer ein Verwandter oder Freund dabei, um die Patienten zu versorgen, denn das ist nicht im Service inbegriffen. So liegen auch überall Leute auf dünnen Matten, manche sogar in Zelten auf dem Gelände. Sie geben den Patienten Essen, waschen sie und bringen sie zur Toilette. Einzelzimmer sind teuer, haben dafür aber einen Fernseher und eine Liege für die Begleiter. Die Patientin, die wir besuchten, lag den ersten Tag in diesem Zimmer und war hundemüde. Sie erzählte, dass ihre Schmerzen im Bauch im Krankenhaus in Mae Sai als Magenverstimmung und Verdauungsprobleme diagnostiziert worden waren. Erst als die Schmerzen unerträglich wurden und sie nach Chiang Rai „flüchtete“, wurde eine Blinddarmentzündung festgestellt. Müde war sie, weil sie die Tage – und Nächte – zuvor in einem der Säle verbringen musste, bevor ein Einzelzimmer frei wurde. Sie hatte dort wegen der vielen Menschen nicht schlafen können.

Ein Neugeborenes

Mein nächstes Erlebnis war die Wöchnerinnenstation. Die Freundin einer Arbeitskollegin hatte ein Kind bekommen. Ich weiß nicht, wie es euch ergeht, aber wenn ich ein 4 Tage altes Baby sehe, erwacht in mir sofort der Beschützerinstinkt. Außerdem wurden Erinnerungen wach aus der Zeit als meine Tochter geboren wurde. Das Angebot, das Kind in den Arm zu nehmen, nahm ich daher gerne an. Wie herrlich solch einen kleinen Wurm zu halten, zu schaukeln und seine Reaktionen zu sehen. Es ist immer wieder faszinierend. An solch einem Baby ist alles dran, Ohren, Hände, Fingernägel, aber alles winzig klein. Erst als der Kleine Hunger bekam, wurde er unruhig. Da war es dann auch gut, ihn wieder abgeben zu können.

Unfall

Ein weiteres Erlebnis war nachts die Notaufnahme des allgemeinen Krankenhauses in Mae Sai. Genau, das mit der Fehldiagnose. Walee hatte einen Mopedunfall. Ein Hund war ihr im Dunkeln auf einer der kleinen Nebenstraßen rein gelaufen und sie hatte daraufhin einen unsanften Kontakt mit dem Straßenbelag. Zum Glück nichts gebrochen, aber die zum Teil tiefen Schürfwunden waren recht schmerzhaft. Neben uns lag eine junge Frau mit Kind apathisch im Bett. Gegenüber wurde gerade ein älterer Mann erfolgreich reanimiert. Überall wuselten Angestellte und Patientenbegleiter herum. Der normale Wahnsinn einer Notaufnahme eben.

Luxus im Overbrook

Ausblick aus dem Fenster im Overbrook Hospital
Ausblick aus dem Fenster im Overbrook Hospital

Meine letzte Krankenhauserfahrung war dann das Overbrook Hospital in Chiang Rai. Walee hatte einen Bandscheibenvorfall und konnte wegen ihrer Versicherung das Krankenhaus und das Zimmer wählen. Ich wollte das Ganze mal Thai-Style erleben und kam so in den „Genuss“ eines Deluxe-Zimmers – ein großer Fernseher, Kühlschrank und Klimaanlage inbegriffen. Die VIP-Zimmer waren alle belegt und die Suite konnte sie sich nicht leisten. Auffallend war, wie groß der Raum war. Das Sofa war bequem zum Schlafen. Die meisten MitarbeiterInnen sprachen Englisch. Sowohl der Arzt als auch die Physiotherapeuten beantworteten mir geduldig meine Fragen.

Mir reicht’s jetzt erst mal mit den Krankenhauserfahrungen. Ich hoffe vor allem, dass ich selbst gesund bleibe.

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