Erinnerungen an Trips nach Spanien in den frühen 80ern

Ich erinnere mich noch gut an meine Anfang-20er-Jahre, als ich häufig nach Spanien fuhr. Meist mit dem Auto, manchmal auch trampend, also neudeutsch Hitch-Hiking. Manchmal fuhr ich sogar über Ostern nur für ein paar Tage, weil es anders nicht ging. In einem Rutsch durch Frankreich durch. Meist Landstraße, weil die Autobahn zu teuer war. Je nachdem welches Auto ich gerade fuhr, war es mal bequemer, mal weniger, mal stylischer, mal weniger. Wenn ich nicht mehr konnte, hielt ich auf einem Parkplatz an und schlief ein Runde. Immer hatte ich Mitfahrer dabei. Entweder eine Freundin oder jemand von der Mitfahrzentrale vermittelt. Aber immer fuhr nur ich. Meist schaffte ich die Strecke bis Cadaquès in weniger als 24 Stunden. Danach fühlte ich mich steif und erschöpft.

Aber egal. Ich war in Spanien. Katalonien um genau zu sein. Das ist zwar nur das Eingangstor zu Spanien, aber egal. Erreichbar. Cadaquès. Wie der Name schon klingt. Klar, dass sich Salvatore Dalí hier wohl gefühlt hat. Ein pitoreskes Fischerdorf mit künstlerischem Flair. Anziehungspunkt für viele junge Leute aus ganz Europa mit wunderschönen authentischen Bars und Restaurants. Meist schlief ich auf dem Campingplatz, nur einmal in einer Pension mit einem viel zu weichen Bett. Prompt habe ich mir einen Hexenschuss geholt.

Hier in Cadaques probierte ich auch meine ersten Worte in Spanisch aus. „Dos café con leche y dos bocadillos con queso por favor“ ging mir nach kurzer Zeit so leicht über die Lippen, dass ich mich bald schon an mehr und schwierigeren Sätzen traute. Hätte es damals schon solch einen genialen Spanisch Sprachkurs wie den Spanisch-Crashkurs gegeben, hätte ich ganz sicher noch viel mehr gelernt und dadurch viel mehr erlebt.

Während dieser schönen Tage in Katalonien musste ein Ausflug zum Embalse de Boadella sein, einem Stausee am Fuße der Pyrenäen. Viele Städter kamen dorthin um sich zu entspannen, zu angeln und zu grillen. Als ich mit einer deutschen Tramperin, die ich unterwegs aufgegabelt hatte, für ein paar Tage am See campten, sprachen wir auch immer wieder mit den Einheimischen. Was heißt hier sprachen? Wir verständigten uns mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Spanisch. Wie gesagt, hätte es damals solch einen guten Spanisch Kurs für Anfänger gegeben … Übrigens hieß diese Deutsche Iwon. Ja, genau wie Yvonne, nur eben in deutscher Schreibweise. Sie zeigte mir ihren Personalausweis, weil ich es nicht glauben wollte. Der Standesbeamte hatte sich geweigert, den französischen Namen in das Stammbuch einzutragen und die Eltern hatten klein beigegeben.

Auf dem Rückweg vom Stausee war ein Besuch im Dalí-Museum Pflicht. Das geniale Spiel mit  Perspektiven und mit Traumwelten hatte es mir angetan. Und dann das Skurrile wie die Außenmauer, die mit Stuck verziert war, den man als Hundehaufen betrachten konnte oder als eine Art Brötchen oder sonst was. Je nachdem wie einem der Kopf stand. 

Auch Barcelona war oft auf meiner Route. Ich liebte es in dieser großen Stadt Auto zu fahren. Riesige Kreisel wie in Paris. Es galt nach Gefühl zu fahren, nicht nach Schildern wie in Deutschland. Ein kleiner Kratzer im Lack, weil man zu nah an ein anderes Auto geraten war? „No hay problema“. Eine herrliche Lebenseinstellung, die mich immer wieder begeistert hat. Ausparken in engen Parklücken? Ha, da schiebt man das Auto vorne und hinten einfach ein bisschen mit der Stoßstange beiseite und schon ist Platz. So ganz anders als in Deutschland, wo das Auto gehegt und gepflegt wurde. Samstags war Autoputztag.

Mehr Informationen über den Spanisch-Crahkurs vor allem für Südamerika gibt es hier.