Ich bin ein Nomade

Thailands Nationalfarben

Ein Halbnomade, um genau zu sein. Ich folge den Bahnen, die mir die Jahreszeiten vorgeben. Ein paar Monate im Sommer arbeite ich in Deutschland in meinem alten Beruf als Outdoor-Trainer. Den Rest des Jahres verbringe ich in Mae Sai, ganz im Norden von Thailand und arbeite für die NGO BAAN DOI – Kinderhaus am schönen Berg.

Für BAAN DOI arbeite ich das ganze Jahr hindurch, im Winter im Büro vor Ort, im Sommer über das Internet. Außerdem verdiene ich mir meinen Lebensunterhalt mit meiner Arbeit im Internet. Ein digitaler Nomade sozusagen.

Dieses Nomadenleben ist nicht immer ganz leicht, weil es immer wieder Abschiednehmen bedeutet, immer wieder Loslassen und auf etwas Anderes einlassen. Dieses Jahr hat der Wechsel besonders gut funktioniert. Ich war innerhalb kürzester Zeit ganz da und produktiv.

Wenn ich mir die Konferenzen und die Kursangebote für angehende digitale Nomaden anschaue, dann scheint das für sehr viele Menschen sehr reizvoll zu sein. Die große Freiheit lockt. Ja, da ist was dran. Für Viele ist es der Reiz reisen zu können und dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Für mich ist es die Freiheit, mein Leben in einem bestimmten Rahmen selbst gestalten zu können. Das ist ein großer Luxus. Der seinen Preis hat. Denn wie die meisten digitalen Nomaden arbeite auch ich als Selbständiger. Mit allen Konsequenzen: mit der Auseinandersetzung mit dem Thema Sicherheit, mit dem Risiko selbst und ständig zu arbeiten und natürlich mit dem nötigen, hohen Maß an Durchhaltevermögen.

Wer sich von den Angeboten wie „Arbeiten in der Hängematte in Thailand“ oder „Mit nur 15 Minuten Arbeit am Tag reich werden“ verlocken lässt, ist selbst Schuld an dem, was er oder sie bekommt. Auch diese Art von Arbeit braucht Disziplin, Einsatz und Ausdauer. Von der nötigen Zeit ganz zu schweigen.

So, genug Zeit vertrödelt mit diesem Artikel. Ab geht’s an eine Arbeit, die Geld bringt :-)

4 thoughts on “Ich bin ein Nomade

  1. wahre Worte, Stefan. Aber auch dem Hinweis von Hubs (siehe oben) möchte ich mich anschliessen. Nix wird so heiss gegessen wie gekocht… schon klar. Doch ist ein Funken Nüchternheit, insbesondere der Punkte die von Hubs angesprochen werden, sehr nützlich.

    Thailand war auch eine Option von mir für die Zeit nach dem Erwerbsleben; Nüchtern muss ich feststellen, dass mein Barvermögen und die mtl Höhe der Rente für eine Daueraufenthaltserlaubnis nicht anerkannt werden. Ich habe einfach ein wenig „zu frei“ gearbeitet…

    Danke für deinen Hinweis darauf, nur sechs Monate im Land zu bleiben. Das überleg ich mir. Oder hast du ein Stellenangebot für einen Sozialpädagogen aus der Klinikseelsorge und Hospizarbeit?

  2. Toll, interessant wäre es zu wissen wie du (lieber Stefan) die Einreise nach Thailand immer organisierst?
    Mit Visumbeantragung Berlin o.ä. und was wäre da zu beachten usw.
    Vielleicht könntest du ja mal über deine Erfahrungen Einreise/Ausreise und deren Formalitäten berichten oder eine extra Rubrik aufmachen?
    Klar kann man über die formalen Sachen über die Botschaft /Visum nachlesen usw. aber ein Insider weiss da bestimmt mehr..55
    Liebe Grüsse (war bisher 10x in Thailand)
    Ansonsten super…weiter so

    MfG Norbi

    1. Hallo Norbi,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar. In Sachen Visum fühle ich mich überhaupt nicht als Experte. Klar ich habe einen relativ guten Überblick über die aktuellen Erfordernisse. Aber du hast ganz Recht, das kann man auf vielen Seiten im Internet nachlesen.

      Da ich hier ja für eine NGO arbeite, gelten für mich ganz andere Vorgaben. So habe ich ein Non-Immi-O Visum. Das war erstmal drei Monate gültig. Damit ist eine Arbeitserlaubnis beantragt worden, mit der wiederum eine Verlängerung des Visums auf ein Jahr möglich war. Und dieses verlängere ich jedes Jahr.

      Viele Grüße aus Mae Sai

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